Dax trotzt dem Putschversuch in der Türkei

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag erleichtert auf den gescheiterten Militärputsch in der Türkei reagiert.

Dax trotzt dem Putschversuch in der Türkei
Fredrik Von Erichsen Dax trotzt dem Putschversuch in der Türkei

Die wichtigsten Indizes knüpften an ihren jüngsten Aufwärtstrend an und legten weiter zu. Analysten vom Handelshaus Accendo Markets hoben positiv hervor, dass die türkische Regierung die Lage wieder unter Kontrolle habe.

Der Dax rückte im frühen Handel um 0,34 Prozent auf 10 101,63 Punkte vor. In der Vorwoche war das Börsenbarometer bereits um gut viereinhalb Prozent nach oben geklettert. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann am Montag 0,68 Prozent.

Der MDax stieg um 0,50 Prozent auf 20 656,91 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,77 Prozent auf 1638,16 Punkte nach oben.

Es müsse jedoch damit gerechnet werden, dass die Lage am Bosporus die Börsen noch länger in Atem halten werde, schrieben die Analysten der Landesbank Helaba. So könnten die angekündigten Säuberungsmaßnahmen des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan Experten zufolge für eine Belastung des ohnehin nicht einfachen Verhältnisses des Landes mit Europa und den USA sorgen.

Hierzulande gehörten die Aktien von Infineon und Dialog Semiconductor mit Gewinnen von gut 2 beziehungsweise knapp 4 Prozent zu den Favoriten. Anlass zu Freude gab die geplante Übernahme des Chipdesigners ARM Holdings durch den japanischen Softbank-Konzern, die in der gesamten Technologiebranche für Fantasie sorgte.

Ansonsten richteten sich die Blicke verstärkt auf die Berichtssaison der Unternehmen. Dabei überraschte Kion positiv mit seinen Quartalszahlen: Der Gabelstapler-Hersteller profitiert weiter von einem überraschend guten Geschäft in Westeuropa. Die Anteilsscheine gewannen an der MDax-Spitze 4,85 Prozent auf 48,02 Euro.

Klares Schlusslicht im SDax der gering kapitalisierten Werte waren die Papiere von Hapag-Lloyd mit minus 8,60 Prozent. Die Container-Reederei kappte wegen des Preiskampfes in der Schifffahrt die Gewinnprognose für dieses Jahr. Ein Händler wertete negativ, dass sich die Frachtraten schlechter als gedacht entwickelt hätten. Zudem plant Hapag-Lloyd nach der Übernahme des arabischen Schifffahrtsunternehmens UASC eine Kapitalerhöhung.