Dax und MDax setzen Höhenflug fort

Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben trotz fehlender Impulse aus den USA ihre Rekordjagd am Donnerstag fortgesetzt.

Der Dax erreichte bei 9399 Punkten den höchsten Stand in seiner bisherigen Geschichte, im MDax mittelgroßer Werte wurde die Latte auf 16 312 Punkte nach oben verschoben. Bis Handelsende verteidigte der deutsche Leitindex Dax noch ein Plus von 0,39 Prozent auf 9387,37 Punkte. Der MDax schloss 0,22 Prozent höher bei 16 281,29 Punkten. Der TecDax gewann 0,14 Prozent auf 1151,53 Punkte.

Selbst kleinste Rücksetzer würden als neue Kaufgelegenheit angesehen, kommentierte Marktstratege Gregor Kuhn vom Broker IG. Gestützt haben nach seinen Worten Konjunkturdaten aus der Eurozone sowie auch weiterhin die erfolgreich abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD. Wegen des US-Feiertags Thanksgiving seien die Umsätze allerdings dünn gewesen. Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum wird zunehmend besser und war im November auf den höchsten Stand seit über zwei Jahren gestiegen. Spanien kämpfte sich zugleich erstmals wieder seit neun Quartalen aus der Rezession.

Angesichts der ruhigen Nachrichtenlage bewegten vor allem Analystenkommentare: Mit plus 2,13 Prozent waren die Commerzbank-Aktien im Dax Tagessieger und profitierten von einer Studie der US-Bank Morgan Stanley. Im MDax nahmen die Titel von Evonik, Europas größtem Spezialchemiehersteller, nach einer Kaufempfehlung durch die Privatbank Berenberg den Spitzenplatz ein. Sie gewannen 3,05 Prozent. Am Ende des Kurszettels hingegen verloren die Papiere des Autozulieferers Norma nach einem pessimistischen Kommentar der DZ Bank 4,49 Prozent.

Die Aktien der Deutschen Bank schlossen sich mit plus 1,34 Prozent der insgesamt freundlichen Markttendenz an. Der deutsche Branchenprimus verhandelt laut «Financial Times» mit dem Finanzinvestor Permira über den Verkauf des verlustbringenden Teils seiner britischen Vermögensverwaltung.

Ein Plus von 0,60 Prozent verbuchten die Eon-Papiere, während RWE-Titel um 0,34 Prozent zulegten. Laut dem «Handelsblatt» will sich der Stromversorger Eon im Zuge seines Konzernumbaus weitgehend aus dem italienischen Markt zurückziehen. Wie die Wirtschaftszeitung aus Konzernkreisen erfahren haben will, soll die Tochter Eon Italia verkauft werden.

Gewinne gab es auch an anderen wichtigen europäischen Börsen. Der EuroStoxx 50 stieg um 0,32 Prozent auf 3092,42 Punkte. Der Pariser Leitindex gewann 0,22 Prozent und ein kleines Plus von 0,08 Prozent verbuchte auch der Londoner FTSE 100.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,40 (Vortag: 1,38) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 133,85 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,06 Prozent auf 141,68 Punkte zu. Der Eurokurs pendelte bis zum Abend um die Marke von 1,36 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3592 (1,3596) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7355) Euro.