Dax verliert in ruhigem Handel - Rekordtiefs bei Eon und RWE

Der deutsche Aktienmarkt hat bei dünner Nachrichtenlage weiter an Boden verloren. Der Handel verlaufe nach dem nervösen Auf und Ab der vergangenen Tage aber recht ruhig, hieß es.

Bis zum Nachmittag sank der Dax um 0,73 Prozent auf 10 137,08 Punkte, was im gesamten Wochenverlauf ein Plus von etwas weniger als 1 Prozent bedeuten würde. Bis Mittwoch hatte er zwischenzeitlich noch um fast 5 Prozent zugelegt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Nachmittag 1,03 Prozent auf 19 555,43 Punkte. Der Technologie-Index TecDax gab zur selben Zeit um 0,96 Prozent auf 1713,11 Punkte nach und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,79 Prozent ein.

Aktuell gebe es kaum Impulse für den Markt, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black. «Viele Händler warten an den Seitenrändern auf die nächste Woche.» Am Donnerstagabend wird die US-Notenbank (Fed) bekanntgeben, ob der Leitzins bereits im September angehoben wird. Die Unsicherheit ist unverändert hoch, ob die Fed schon jetzt den ersten Zinsschritt seit fast einer Dekade wagt. Sollte dies der Fall sein, könnte sich der Druck auf die Aktien wieder erhöhen, da zinsabhängige Anlageformen wieder mehr an Attraktivität gewinnen.

Im Dax zählten erneut die schwer gebeutelten Versorger RWE und Eon zu den schwächsten Werten und fielen auf Rekordtiefs. Die Eon-Papiere büßten 2,59 Prozent ein und die RWE-Aktien gaben um 2,00 Prozent nach. Neben negativen Analystenkommentaren drückte ein Zeitungsbericht auf die Stimmung. Wie das «Handelsblatt» in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, müssen die Energiekonzerne ihre Atomrückstellungen voraussichtlich drastisch aufstocken.

Bei der Lufthansa dreht sich alles weiter um die Verhandlungen der größten deutschen Fluggesellschaft mit ihren Piloten. Nach dem abgebrochenen Streik muss wieder verhandelt werden. Ob die Gespräche schon in der kommenden Woche aufgenommen werden, ist bislang aber nicht entschieden. Die Anteilsscheine von Deutschlands größter Fluggesellschaft zeigten sich zuletzt prozentual unverändert.

Erneut schwache Geschäftszahlen brachten im MDax die Aktien von Gerry Weber unter Druck. Sie büßten 9,25 Prozent ein und erreichten zeitweise den tiefsten Stand seit etwas mehr als vier Jahren. Der Modekonzern, der bereits drei Mal in diesem Jahr seine Jahresprognosen gekappt und damit seine Aktien auf Talfahrt geschickt hatte, wird in Kürze in den SDax absteigen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,51 Prozent am Vortag auf 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,37 Prozent auf 139,38 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,21 Prozent auf 155,09 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1268 (Donnerstag: 1,1185) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8875 (0,8941) Euro.