Dax verliert nach Bundestagswahl

Am ersten Handelstag nach der Bundestagswahl hat der Dax Verluste verzeichnet. Die schwierige Regierungsbildung verunsichere die Anleger, hieß es am Markt. Zugleich blieben aber auch die Unwägbarkeiten der weiteren US-Geldpolitik bestehen, was auf den derzeitigen rekordnahen Kursniveaus für Vorsicht sorge.

Der deutsche Leitindex verlor nach seiner starken Vorwoche am Montag 0,47 Prozent auf 8635,29 Punkte. In der vergangenen Woche hatte er mehrfach Rekordstände erobert und am Schluss 1,95 Prozent hinzugewonnen. Der MDax fiel am Montag um 0,37 Prozent auf 14 966,22 Punkte. Der TecDax hingegen konnte sich mit einem Plus von 0,28 Prozent bei 1070,52 Punkten in der Gewinnzone halten.

Nach einem zunächst gelassenen Auftakt bröckelte der deutsche Leitindex im weiteren Verlauf nach und nach ab. Das Ergebnis sei für die Märkte nicht so positiv ausgefallen wie viele Investoren es am Morgen noch beurteilt hätten, sagte Aktienhändler Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel.

Eine unionsgeführte Regierung drohe in den kommenden vier Jahren ständig unter Druck einer möglichen rot-rot-grünen Mehrheit zu geraten. Marktstratege Michael Hewson von CMC Markets kommentierte, nach dem Wahlausgang könne es nun durchaus noch zwei Monate dauern, bis eine Regierung letztlich auch feststehe. Händler verwiesen zudem auf Gewinnmitnahmen nach den Bestmarken der vergangenen Woche.

Die Versorger zählten nach der Wahl zu den Verlierern. Händlern zufolge bleibt die Unsicherheit um den Sektor bestehen, denn eine mögliche schwarz-grüne Regierung könnte die Energiekonzerne belasten. Auch eine Große Koalition würde für viele keine klare Stimmungsaufhellung bringen, hieß es. Eon-Papiere verloren 1,04 Prozent, Aktien von RWE fielen um 0,34 Prozent.

Aktien der Deutschen Post waren mit minus 3,73 Prozent der größte Verlierer im Leitindex. Händler sprachen hier aber von einem Sondereffekt, denn die Papiere des Logistikkonzerns waren am Freitag wegen der Aufnahme in den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bei enormen Umsätzen kräftig nach oben gesprungen. Das werde nun wieder ausgeglichen.

Immobilienwerte gehörten nach der Wahl ebenfalls zu den Verlierern. Wegen der zu befürchtenden Mietpreisbremse wäre eine Koalition der CDU mit der FDP der beste Wahlausgang gewesen, sagte ein Händler, das schlechteste eine rot-grüne Regierung. Das starke Ergebnis von Merkel liege nun eher in der Mitte, was den Sektor wohl belaste. Die Papiere von LEG Immobilien waren mit minus 3,00 Prozent besonders schwach im MDax.

Auch an den europäischen Börsen gab es Abschläge. Der EuroStoxx 50 schloss 0,71 Prozent tiefer bei 2906,35 Punkten. In Paris und in London ging es mit 0,8 und 0,7 Prozent nach unten. In New York lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss ebenfalls mit rund 0,4 Prozent im Minus.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,56 Prozent (Freitag: 1,54) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 132,79 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,15 Prozent auf 138,72 Punkte. Der Kurs des Euro sank. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3508 (1,3514) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7403 (0,7400) Euro.