Dax verliert nach EZB-Beschlüssen

Am deutschen Aktienmarkt herrscht nach der kalten Dusche durch die Europäische Zentralbank (EZB) auch am Freitag Ernüchterung. Der Dax notierte im frühen Handel 0,27 Prozent tiefer bei 10 759,59 Punkten.

In Reaktion auf die EZB-Beschlüsse war der Leitindex am Vortag letztlich um 3,58 Prozent eingebrochen. Belastet hatte dabei auch eine deutliche Erholung des Euro-Kurses, da dies den Export erschwert.

Vor allem mit ihren Details zur Ausweitung der gigantischen Anleihenkäufe hatten die Notenbanker die Marktakteure enttäuscht. Anleger hatten eine deutlichere Aufstockung erwartet. Diese Hoffnungen hatten den Dax seit Oktober kräftig angetrieben.

Der MDax der mittelgroßen Werte fiel am Freitag um 0,37 Prozent auf 20 774,33 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es zuletzt um 0,55 Prozent abwärts auf 1826,62 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,41 Prozent.

Zum Wochenschluss richten sich die Blicke der Anleger nun auf die USA. Hier mehrten sich jüngst die Anzeichen für eine nahende Zinswende, also die erste Zinserhöhung nach der großen Finanzkrise. Der am frühen Nachmittag mitteleuropäischer Zeit erwartete monatliche US-Arbeitsmarktbericht gilt als besonders wichtiger Faktor für die Entscheidung der Notenbanker der Fed.

Unter den Einzelwerten sorgten anstehende Änderungen bei der Zusammensetzung der wichtigsten deutschen Aktienindizes für Bewegung. Wie die Deutsche Börse am Donnerstagabend bekanntgab, steigen die Papiere der Bayer-Kunststofftochter Covestro und des Werbevermarkters Ströer am 21. Dezember in den MDax auf. Covestro-Papiere verteuerten sich am Freitag um 1,76 Prozent, während Ströer-Aktien 1,10 Prozent an Wert verloren.

Aus dem TecDax verschwinden die Titel des Maschinenbauers Manz, die daraufhin um 7,42 Prozent einbrachen. Sie werden ersetzt durch die Anteilsscheine des Solartechnik-Zulieferers Siltronic, die um knapp 4 Prozent hochschnellten.

RWE-Aktien gewannen zuletzt 0,82 Prozent und gehörten damit zu den attraktivsten Dax-Werten. Der Energieversorger will mit dem Konzernumbau auch wieder seine Investitionen in erneuerbare Energien aufstocken. Die Volkswagen-Vorzüge standen hingegen mit einem Plus von 2,23 Prozent ganz oben im Dax-Tableau.