Dax verliert nach Rekordrally an Kraft

Der Dax hat nach seiner Vortagesrally an Kraft verloren und eine Pause eingelegt.

Im Vormittagshandel sank er zuletzt um 0,13 Prozent auf 11 790,57 Punkte. Zum Börsenauftakt war er zunächst noch etwas gestiegen und hatte bei 11 828 Punkten sein nächstes Rekordhoch markiert. Am Mittwoch hatte das deutsche Börsenbarometer einen fulminanten Sprung von plus 2,66 Prozent gemacht und in knapp neun Wochen nun fast 2200 Punkte gewonnen.

Der MDax der mittelgroßen Konzerne stieg am Morgen um 0,16 Prozent auf 20 634,36 Punkte und erreichte zwischenzeitlich ebenfalls einen Höchststand. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,28 Prozent auf 1636,03 Punkte zu. Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 sank zugleich um 0,06 Prozent.

«Selten zuvor kletterten die Kurse ohne Korrektur so dynamisch aufwärts», kommentierte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar den Verlauf am Markt. Er spricht sogar von einer «Kaufpanik». Einen weiteren Anstieg von 1 bis 2 Prozent hält er durchaus noch für möglich, doch wachse zugleich auch die Abwärtsgefahr.

Der immer schwächer gewordene Euro, der den Export begünstigt und daher dem Börsenaufschwung weitere Impulse gibt, erholte sich etwas. Nachdem die Gemeinschaftswährung im morgendlichen Handel in Asien erstmals seit Januar 2003 unter die Marke von 1,05 US-Dollar gefallen war, legte sie nun wieder auf 1,0617 Dollar zu.

Unter den Dax-Konzernen waren es erneut Bilanzen, die die Kurse spürbar beeinflussten: So nahmen die Aktien des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S nach einem optimistischen Blick in die Zukunft die Index-Spitze ein. Sie gewannen 3,86 Prozent.

Auch die Lufthansa hofft 2015 auf bessere Ergebnisse - trotz fallender Ticketpreise und drohender neuer Pilotenstreiks. Die größere Zahl sparsamerer Flugzeuge und der gesunkene Kerosinpreis sollen dabei helfen, wie Deutschlands größte Fluggesellschaft zur Vorlage der endgültigen Bilanz mitteilte. Das Papier nahm den zweiten Platz hinter K+S ein mit plus 1,12 Prozent.

Kaum beeindruckt von negativen Nachrichten aus den USA zeigten sich die Aktien der Deutschen Bank, die um 0,08 Prozent nachgaben. Nachdem eine wichtige US-Tochter des deutschen Branchenprimus in der vergangenen Woche den ersten Teil des jährlichen Stresstests der amerikanischen Notenbank Fed bestanden hatte, fiel sie nun wegen Zweifeln am Risikomanagement durch den zweiten Teil.

Mit 0,83 Prozent Plus standen die Papiere von ThyssenKrupp im Plus. Der Industriekonzern hat einem Pressebericht zufolge drei mögliche Käufer für seine Edelstahltochter VDM an der Angel. Bis Montag sollen die Interessenten Angebote einreichen, schrieb das «Handelsblatt» (Donnerstag) unter Berufung auf Konzernkreise.