Dax verliert unter dem Eindruck politischer Unsicherheiten

Schwache Vorgaben und trübe Aussichten auf eine Einigung im Budgetstreit in den USA haben den deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte ins Minus gedrückt. Vor allem die Standardwerte stoppten damit den Aufwärtstrend vom Vortag.

Der Dax fiel bis zum Mittag um 0,51 Prozent auf 8645 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 0,17 Prozent auf 15 149 Punkte. Der TecDax hingegen gewann 0,44 Prozent auf 1096 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab wiederum 0,47 Prozent ab.

Die Hoffnung auf eine schnellere Auflösung des Haushaltsstreits in den USA dürfte sich als Trugschluss erweisen, kommentierte Dirk Gojny von der National-Bank. Auch Vorschläge zu Teillösungen scheiterten derweil. Bei den Verhandlungen um die Schuldenobergrenze sähen die Märkte noch größeren Problemen entgegen, sagte Marktstratege David Zervos vom Analysehaus Jefferies. Es sei bemerkenswert, wie ruhig die Finanzmärkte am Vortag auf die Haushaltssperre reagiert hätten, kommentierte auch Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets.

Vor dem EZB-Zinsentscheid am Mittag sei die Stimmung an den europäischen Märkten jedoch etwas trüber. Die Regierung Italiens könne mit der Vertrauensfrage von Ministerpräsident Enrico Letta zwar vermutlich ein Auseinanderbrechen verhindern, bis zum Ergebnis der Abstimmung könne aber noch viel passieren.

Unter den Einzelwerten gewannen Aktien von Gerresheimer nach Zahlen zum dritten Quartal rund anderthalb Prozent. Händler und Analysten waren erleichtert, dass die Unternehmensprognose des Verpackungsspezialisten Bestand hat. Zuvor hatten sie ein eher schwaches Vierteljahr erwartet. Die Papiere von K+S verloren zweieinhalb Prozent. Bei einem Unglück in einem Kali-Bergwerk des Konzerns in Thüringen waren am Dienstag drei Menschen ums Leben gekommen.

Bei Autowerten zeigten sich die Märkte skeptisch. In Deutschland ging der Pkw-Absatz im September zurück, auch in den USA waren die Verkäufe gemischt ausgefallen. Volkswagen-Papiere verloren mehr als ein Prozent. Bei den Autos der Hausmarke VW war der US-Absatz im September um gut zwölf Prozent eingebrochen. BMW gaben trotz gestiegener Verkäufe in den Staaten ebenfalls nahezu anderthalb Prozent ab. Auch bei Daimler betrug das Minus trotz eines höheren Absatzes gut ein halbes Prozent.