Dax verliert: Börsenstimmung trübt sich leicht ein

Nach dem jüngsten Dax-Rekord hat der deutsche Leitindex leicht nachgegeben. Nach den schwachen China-Daten, die bereits am Morgen rasch verdaut worden seien, fehlten weitere Impulse, sagte Wertpapierexperte Ludwig Donnert von Orca Capital.

Bis zum Nachmittag sank der Dax um 0,18 Prozent auf 12 352,46 Punkte. Er hatte am Freitag im Handelsverlauf einen Höchststand von 12 390 Punkten erreicht.

Ein überraschend starker Rückgang des chinesischen Außenhandels im März hatte neue Sorgen über den Zustand der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft geweckt. Eine Abschwächung der Wirtschaft hätte auch Einfluss auf Europa, denn der chinesische Markt ist von wachsender Bedeutung für die hiesigen Exporteure.

Der Dax festige sich derzeit auf sehr hohem Niveau, sagte Donnert. Die Grundtendenz an den Märkten sei aber weiterhin positiv, auch wenn technische Korrekturen langsam wahrscheinlicher würden.

Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am Montag 0,13 Prozent auf 21 592,61 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,31 Prozent auf 1681,55 Punkte vor. Der Leitindex der Eurozone gewann 0,12 Prozent. Vor dem Wochenende hatte der EuroStoxx 50 bereits auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren geschlossen.

Zu verdanken war der Höhenflug vor allem dem billigen Geld der Notenbanken, in diesem Jahr insbesondere dem der Europäischen Zentralbank (EZB). Dadurch flossen hohe Summen in die Märkte, und der Euro verlor an Wert, was wiederum der Exportwirtschaft half.

Experten warnen jedoch, dass die Kurse der wirtschaftlichen Entwicklung davonlaufen könnten. Besondere Bedeutung wird daher der anstehenden Berichtssaison deutscher Unternehmen beigemessen, die besonders gut ausfallen müsse, um den hohen Börsenbewertungen gerecht zu werden, wie Experten betonten.

Zudem verstärkten sich die Sorgen, dass die US-Unternehmen trotz der deutlich zurückgegangenen Markterwartungen enttäuschen könnten. In den USA nimmt die Berichtssaison nach dem verhaltenen Start beim Aluminiumkonzern Alcoa nun Fahrt auf.

Großbanken wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs oder die Citigroup legten in dieser Woche ihre Zahlen zum ersten Quartal 2015 vor. An der deutschen Bilanzfront bleibt es in dieser Woche hingegen noch ruhig.

Für Missstimmung sorgte die öffentlich gemachte Führungskrise bei Europas größtem Autobauer Volkswagen (VW). Die Titel wurden kurz nach Handelsstart gleich an das Dax-Ende durchgereicht, wo sie zuletzt um rund eineinhalb Prozent nachgaben.

Die Unsicherheit über den Ausgang des Machtkampfes belaste, sagte ein Börsianer. Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte sich im Magazin «Spiegel» von Vorstandschef Martin Winterkorn distanziert, steht damit aber wohl weitgehend isoliert da.

Im MDax brachen die Papiere von Wincor Nixdorf nach einer Gewinnwarnung am Freitagabend zeitweise auf 38,66 Euro ein. Zuletzt büßten sie 12,5 Prozent auf 39,95 Euro ein.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 140,78 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,11 Prozent auf 159,32 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0552 (Freitag: 1,0570) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9477 (0,9461) Euro.