Dax verliert: Stimmung am Aktienmarkt schlägt um

Nun bekommen die Anleger in Deutschland doch kalte Füße.

Nach dem Auslaufen eines milliardenschweren Konjunkturprogramms in den USA und der Warnung des Industriegase-Konzerns Linde vor einem eingetrübten Wirtschaftsumfeld knickte der Aktienmarkt am Donnerstagmorgen ein. Zunächst war die Börse noch unbeirrt nach oben gegangen.

Der Dax verlor im Vormittagshandel 0,29 Prozent auf 9056,85 Punkte, nachdem er zuvor in der Spitze noch ein rundes Prozent gewonnen hatte. Der Eurostoxx durchlief eine ähnliche Berg- und Talfahrt und lag zuletzt mit 0,62 Prozent im Minus.

Die US-Notenbank hatte am Mittwochabend erwartungsgemäß die Einstellung ihrer milliardenschweren Anleihekäufe angekündigt, mit denen sie seit etwa zwei Jahren Geld in die Finanzmärkte pumpte, um die Konjunktur zu stützen. Wirklich spannend wird es aus Sicht von Experten nun, wenn die Fed erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins anhebt. Die Geldflut gilt als Schmiermittel für die Börsen. Die Devisenexperten der Commerzbank sprechen vom «Aufbruch in eine neue Ära».

Wenig optimistisch stimmt der Blick auf die Kurstafel bei Linde: Die Aktie des Industriegase-Spezialisten krachte nach einer Senkung der kurz- und mittelfristigen Gewinnprognose um bis zu 7 Prozent nach unten. Linde begründete den Schritt mit verschlechterten Konjunkturaussichten. Lufthansa-Papiere fielen nach einem ebenfalls gesenkten Ausblick um mehr als 4 Prozent.

Besser erging es den Anlegern bei VW und Bayer - ihre Aktien waren mit plus 2 Prozent die Dax-Favoriten. Der Pharma- und Chemiekonzern konnte im dritten Quartal die Markterwartungen übertreffen; zudem hob Bayer seine Jahresprognose an. VW verdiente im dritten Quartal wegen eines starken China-Geschäfts deutlich mehr Geld als im Vorjahreszeitraum.

Für den MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen ging es um 0,32 Prozent auf 15 715,02 Punkte nach unten. Der TecDax der Technologiewerte verlor 0,04 Prozent auf 1216,02 Punkte.