Dax verschnauft vor US-Arbeitsmarktbericht

Nach der kräftigen Erholung vom Vortag hat der Dax erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt. Die Investoren warteten am Freitag gespannt auf die wichtigen Arbeitsmarktzahlen am Nachmittag aus den USA.

Hinzu kamen Befürchtungen, dass die möglichen Konjunkturspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) die Erwartungen der Anleger enttäuschen könnten.

Der deutsche Leitindex gab zuletzt um 0,62 Prozent auf 9776,82 Punkte nach. Beflügelt von der Hoffnung auf fortgesetzte Konjunkturunterstützung durch die Notenbanken hatte der Leitindex am Donnerstag seinen schwachen Jahresstart wettgemacht. Der Dax schloss 3,36 Prozent höher und verzeichnete damit das größte Tagesplus seit August 2012.

Für den Index der mittelgroßen Werte, den MDax, ging es am Freitag um 0,11 Prozent auf 17 234,28 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,26 Prozent auf 1415,42 Punkte vor. Beim EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone aber stand ein Minus von 1,35 Prozent. Grund dafür war auch eine Kapitalerhöhung bei der spanischen Großbank Santander, die europaweit Bankaktien unter Druck setzte.

Die jüngsten Protokolle der Fed-Ratssitzung verleiteten die Anleger zu der Annahme, dass es die amerikanische Notenbank mit der Leitzinserhöhung nicht sonderlich eilig habe, schrieb Investmentanalyst Clemens Bundschuh von der Landesbank Baden-Württemberg. Zudem verdichteten sich die Hinweise, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bereits auf der nächsten Ratssitzung am 22. Januar weitere Initiativen zur Stimulierung der Konjunktur ergreifen könnte.

    Laut Börsianern drückte am Vormittag eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg über die Höhe und Ausgestaltung des möglichen Kaufprogramms für Staatsanleihen durch die EZB auf die Stimmung. Diese prüft Insidern zufolge ein dabei ein Volumen von bis zu 500 Milliarden Euro. Dies berichtete Bloomberg mit Bezug auf eine mit der Sache vertraute Person. Das mögliche Volumen wurde von einigen Händlern als enttäuschend eingestuft.

    In einem ansonsten nachrichtenarmen Umfeld sorgten vor allem Analystenstimmen für Gesprächsstoff. So zogen die Aktien von Merck an der Dax-Spitze um bis zu 2,93 Prozent auf das Rekordhoch von 84,03 Euro an, nachdem sie in sich die Schweizer Bank Credit Suisse positiv zu der Übernahme des Laborausrüsters Sigma Aldrich und der Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Pfizer geäußert hatte. Die Darmstädter hätten damit ihre strategischen Probleme gelöst.