Dax vor Entscheidung der US-Notenbank mit Gewinnen

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch vor den mit Spannung erwarteten geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank ein neues Rekordhoch markiert. Zunächst waren die Kursausschläge in den wichtigsten Indizes verhalten ausgefallen, bis der Dax am Vormittag kurz über sein am Montag erreichtes Rekordhoch sprang und eine neue Bestmarke bei 8645,39 Punkten setzte.

Zuletzt stand der deutsche Leitindex 0,47 Prozent höher bei 8637 Punkten. Der MDax legte um 0,23 Prozent auf 14 958 Punkte zu, während der TecDax ein Plus von 0,09 Prozent auf 1072 Punkte verbuchen konnte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg ebenfalls und gewann 0,56 Prozent auf 2907 Punkte.

Bereits seit mehreren Tagen stehen die Indizes unter dem Eindruck der Fed-Sitzung - und reagieren selbst auf überraschend gute oder schwache Konjunkturdaten nur begrenzt. Vor den Entscheidungen der US-Notenbank gehe niemand größere Risiken ein, hieß es am Markt. Das Treffen des Offenmarktausschusses der Fed sei ohne Zweifel die am meisten erwartete Zentralbankentscheidung des Jahres, kommentierte Händler Jordan Hiscott vom Broker Gekko Markets. Er freue sich auf ein Ende der Spekulationen zur Drosselung der US-Geldpolitik. Seiner Ansicht nach überlagerten die Mutmaßungen um Zeitpunkt und Ausmaß der Straffung zuletzt die fundamentalen Faktoren.

Auf Unternehmensseite fielen im Dax die Titel von Lanxess mit Verlusten von fast drei Prozent ins Auge. Damit gehörten sie nach dem vorgezogenen Sparprogramm des Chemiekonzerns zu den schwächsten Werten im Leitindex. Das Unternehmen will den Großteil des geplanten Stellenabbaus im kommenden Jahr durchziehen. Wie ein Händler hervorhob, könnten die zunächst erwarteten Sonderkosten für den Abbau von weltweit rund 1000 Stellen negativ bewertet werden. Ein Analyst kommentierte, das Marktumfeld für Lanxess habe sich anscheinend nicht verbessert, was ebenfalls auf den Kurs drücken könnte.

Die Titel von HeidelbergCement zogen nach einer Kaufempfehlung von GoldmanSachs im Dax-Spitzenfeld um knapp zwei Prozent an. Im MDax fielen Hochtief-Titel nach einer negativen Einschätzung der US-Investmentbank hingegen um mehr als anderthalb Prozent zurück. In der Spitzengruppe im Index mittelgroßer Werte legten die Titel vom Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister und vom Modekonzern Hugo Boss um mehr als zwei Prozent zu.