Dax wartet auf US-Arbeitsmarktbericht

Vor dem Arbeitsmarktbericht aus den USA hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag abwartend gezeigt. Nach dem Rekordhoch vom Vortag gab der Dax bis zum Mittag 0,07 Prozent auf 8861 Punkte ab.

Der MDax lag 0,35 Prozent im Minus bei 15 744 Punkten, der TecDax notierte mit einem Aufschlag von 0,09 Prozent bei 1120 Punkten. Beide hatten am Montagabend ebenfalls Hochs markiert: Der Index für mittelgroße Werte einen neuen Rekordwert, der Technologie-Index den höchsten Stand seit Februar 2002. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor bis Dienstagmittag 0,08 Prozent auf 3026 Punkte.

Die Spannbreite im Handel bleibt vor allem im Dax weiter schmal. Die Anleger gingen vor dem US-Arbeitsmarktbericht auf Nummer sicher, schrieb Marktstratege Ishaq Siddiqi vom Broker ETX Capital. Die langerwarteten Daten vom Arbeitsmarkt der größten Volkswirtschaft der Welt sollten nun etwas Licht in die Unsicherheit um die weitere US-Geldpolitik bringen.

Marktexperte Chris Westion von IG sagte, mit den womöglich negativen Auswirkungen des Schuldenstreits im US-Kongress scheine die Wahrscheinlichkeit gering, dass die US-Notenbank Fed bereits im Dezember die Zügel strafft. Die Veröffentlichung der wichtigen Daten war durch die mittlerweile beendete Haushaltssperre um einige Wochen verzögert worden.

Aktien der Lufthansa gerieten nach Eckdaten zum dritten Quartal unter Druck und gaben mehr als drei Prozent ab. Angesichts hoher Kosten für ihr Sparprogramm gewinnt Europas größte Fluggesellschaft nicht so schnell an Fahrt wie geplant - im laufenden Jahr soll der operative Gewinn rund 600 bis 700 Millionen Euro betragen.

Das ist zwar deutlich mehr als im Vorjahr - aber auch deutlich weniger als von Analysten erwartet. Diese hatten mit fast 900 Millionen gerechnet. An der Dax-Spitze fanden sich die Deutsche Post mit plus zwei Prozent und der Rückversicherer Munich Re mit anderthalb Prozent Gewinn.

Die Papiere von LEG verloren im MDax mehr als vier Prozent - die beiden größten Anteilseigner trennten sich Händlern zufolge von insgesamt 7 Millionen Aktien der Immobiliengesellschaft.

Berichte dazu hatten die Aktien bereits am Vorabend nach Börsenschluss belastet. Noch schwächer bei den mittelgroßen Werten waren nur Wacker Chemie mit mehr als fünf Prozent Verlust. Analysten hatten sich vor der Zahlenvorlage des Polysiliziumherstellers skeptisch geäußert.