Dax weitet Vortagesverluste aus

Der Dax hat am Mittwoch seine Verluste vom Vortag ausgeweitet. Der deutsche Leitindex stand zuletzt 0,50 Prozent tiefer bei 10 623,06 Punkten. Am Dienstag hatte ein merklich anziehender Euro-Kurs dem Höhenflug des deutschen Aktienmarktes vorerst ein Ende gesetzt.

Dax weitet Vortagesverluste aus
Frank Rumpenhorst Dax weitet Vortagesverluste aus

Eine teurere Gemeinschaftswährung verschlechtert die Exportaussichten der Unternehmen in der Eurozone.

Der MDax der mittelgroßen Firmen gab am Mittwoch um 0,34 Prozent auf 21 603,54 Punkte nach. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 0,81 Prozent auf 1714,60 Zähler ein. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,43 Prozent.

Die Analysten der Landesbank Helaba blickten skeptisch auf die Börsen: «Grundsätzlich ist das Fundament des Marktes mittlerweile als brüchig anzusehen, da die Kursgewinne der letzten Zeit von relativ unterdurchschnittlichen Umsätzen begleitet wurden.» Die breite Masse der Anleger hält sich demnach noch zurück.

Nun richtet sich die Aufmerksamkeit am Abend auf das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed, das nach dem Handelsschluss auf der Agenda steht. Erhofft werden Signale für den geldpolitischen Kurs im weiteren Jahresverlauf.

Am Dax-Ende fielen die Papiere von Linde um 2,68 Prozent. Sie waren allerdings am Dienstag noch um rund 11 Prozent in die Höhe geschnellt und hatten damit von der Hoffnung auf einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Praxair profitiert. Derzeit ist noch unklar, welche wettbewerbsrechtlichen Hürden sich ergeben könnten.

Im MDax litten die Aktien von Osram mit einem Minus von rund 1 Prozent unter negativen Branchennachrichten des LED-Herstellers Cree. Cree habe in seinem vierten Geschäftsquartal die Gewinnerwartungen leicht verfehlt, sagte ein Börsianer. Zudem habe der Umsatzausblick die Prognosen der Analysten verfehlt. Die Cree-Aktien waren am Dienstag in nachbörslichen US-Handel um rund 8 Prozent abgesackt.

Schlusslicht im TecDax waren die Anteilsscheine von United Internet mit einem Verlust von rund 3 Prozent. Er sorge sich zunehmend, dass das Unternehmen angesichts stärkeren Gegenwinds im operativen Geschäft die Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre nicht aufrechterhalten könne, schrieb Analyst Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe.