Dax zeigt sich «zwischen Hoffen und Bangen»

Der Dax hat sich orientierungslos gezeigt. Nach einem schwachen Start pendelte der deutsche Leitindex um seinen letzten Schlusskurs und lag zuletzt 0,04 Prozent im Minus bei 9249 Punkten.

Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner sah den Dax «gefangen zwischen Hoffen und Bangen». Der weiter lockeren Geldpolitik stünden politische Unsicherheiten etwa in Russland und Nahost sowie Konjunktursorgen entgegen.

Die anderen Indizes schafften es zum Wochenstart in die Gewinnzone. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,02 Prozent auf 16 294 Punkte. Lediglich dem Technologiewerte-Index TecDax gelang ein deutlicher Anstieg von 0,86 Prozent auf 1275 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es minimal um 0,05 Prozent bergauf.

Japans Wirtschaft war im zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres überraschend in die Rezession gerutscht, was den Nikkei-225-Index in Tokio um knapp 3 Prozent nach unten gedrückt hatte. Zudem hellte sich die Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York im November nicht ganz so stark wie erwartet auf.

Die Ukraine-Krise war am Wochenende ein großes Thema auf dem G20-Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Australien. Dort war wieder deutlich geworden, wie groß die Meinungsverschiedenheiten zwischen Russland und dem Westen sind.

Unternehmensnachrichten waren zum Wochenstart dünn gesät. Die Aktien der Merck KGaA sprangen mit plus 2,79 Prozent an die Dax-Spitze - bei 77,99 Euro hatten sie zu Handelsbeginn ein neuerliches Rekordhoch erreicht. Sie profitierten von einer angekündigten Allianz des Pharma- und Chemiekonzerns mit dem US-Pharmariesen Pfizer zur Entwicklung und Vermarktung von Krebs-Antikörpern.

Dagegen traten die Siemens-Titel nach der Veröffentlichung eines Interviews mit Vorstandschef Joe Kaeser auf der Stelle. Kaeser gab dem Geschäftsbereich Medizintechnik eine vorläufige Bestandsgarantie im Unternehmen und erteilte Spekulationen über eine Ausgliederung, einen Verkauf oder einen Börsengang der Sparte eine Absage. Ein Börsianer wertete dies leicht negativ.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,65 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,18 Prozent auf 138,30 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,14 Prozent auf 151,67 Punkte nach unten. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2496 (Freitag: 1,2436) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8003 (0,8041) Euro.