De Maizière spricht in Marokko über Flüchtlingsrücknahme

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist in Rabat mit seinem marokkanischen Kollegen Mohamed Hassad zu Gesprächen über die Rücknahme von Flüchtlingen zusammengekommen.

De Maizière spricht in Marokko über Flüchtlingsrücknahme
Martin Fischer De Maizière spricht in Marokko über Flüchtlingsrücknahme

Ziel sei es, die Rücknahme in Deutschland abgelehnter Asylbewerber effizienter und schneller zu gestalten, sagte de Maizière vor Beginn der Gespräche. Auch Marokko habe ein Interesse, Staatsbürger zurückzunehmen, die keine Aussicht auf einen Aufenthaltsstatus in Deutschland hätten. Bislang scheitern Abschiebungen trotz eines bestehenden Rücknahmeabkommens in der Praxis häufig an bürokratischen Hürden, etwa wenn Passdokumente fehlen.

Nach Angaben des Innenministeriums sind im vergangenen Jahr mehr als 10 000 Marokkaner nach Deutschland gekommen. Die Anerkennungsquote für Asylbewerber aus dem nordafrikanischen Land lag bei 3,7 Prozent. De Maizière sprach sich erneut für die Einstufung Marokkos als «sicheres Herkunftsland» aus.

De Maizière betonte die gemeinsamen Interessen Deutschlands und Marokkos unter anderem auf dem Gebiet der Terrorismusbekämpfung. Auch auf anderen Gebieten der Sicherheit werde eine engere Zusammenarbeit angestrebt.

Marokko ist die erste Station einer Reise de Maizières durch den Maghreb. Bis Dienstagabend sind weitere Gespräche mit den Regierungen Algeriens und Tunesiens geplant.