DEB für USA-Spiel gewappnet - WM-Aus für Rieder «bitter»

Jetzt hat das deutsche Eishockey-Nationalteam auch vor dem WM-Dritten von 2015 keine Angst.

DEB für USA-Spiel gewappnet - WM-Aus für Rieder «bitter»
Armin Weigel DEB für USA-Spiel gewappnet - WM-Aus für Rieder «bitter»

Die Aussichten auf das Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft in Russland sind nach dem 5:2 gegen Weißrussland verheißungsvoll, nun glauben die deutschen Cracks selbst gegen die USA am Sonntag (15.15 Uhr) an ihre Chance. Und das zurecht: Denn in St. Petersburg tritt das Ensemble von Bundestrainer Marco Sturm mit einer ungewohnten Kaltschnäuzigkeit auf.

Die Chancenverwertung ist auf internationalem Topniveau, der Optimismus nach dem ernüchternden Auftakt längst zurück. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Für den Endspurt im Kampf um den K.o-Runden-Einzug fällt in Tobias Rieder ein wichtiger Stürmer aus.

«Sein Ausfall ist ganz bitter», sagte Bundestrainer Marco Sturm. «Er ist einer unserer besten Spieler und auch außerhalb vom Eis einer der wichtigsten.» Wegen eines Teileinrisses des Innenbandes im linken Knie endete für den 23-jährigen Rieder seine dritte WM vorzeitig. Beim USA-Spiel wird der Landshuter nur noch vor dem Fernseher die Daumen drücken. Schon für Samstagnachmittag war seine Heimreise nach Deutschland gebucht.

«Das ist natürlich sehr bitter. Es gibt nichts Schlimmeres», sagte der Angreifer der Arizona Coyotes. «Wir sind immer besser ins Turnier gekommen. Wir haben einen Super-Charakter.» Beim 2:5 gegen Kanada war er mit NHL-Profi Corey Perry zusammengeprallt und hatte deswegen auch am Freitagabend gegen die Weißrussen nicht im Aufgebot gestanden. «Seine Geschwindigkeit fehlt uns natürlich. Er ist ein schlauer Spieler, der auch mal Druck aus dem Spiel nehmen kann», erklärte der Nürnberger DEL-Toptorjäger Patrick Reimer.

Gegen die Weißrussen fing das Team den Ausfall hervorragend auf. Mit zwei Siegen und sieben Punkten aus fünf Vorrundenspielen hat die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes den Viertelfinal-Einzug selbst in der Hand. Möglicherweise genügt ein Erfolg aus den verbleibenden Partien gegen die USA und am Montag gegen Außenseiter Ungarn für Platz vier, der das Weiterkommen ermöglicht. Unter den letzten Acht einer WM stand Deutschland letztmals 2011 in Bratislava.

«Wir sind noch nicht fertig. Noch ist nichts erreicht», betonte Sturm. Auf Rechenspiele will sich der deutsche NHL-Rekordspieler gar nicht erst einlassen. Der 37-Jährige bereitet seine Mannschaft lieber so vor, dass sie gegen die läuferisch starke, junge US-Auswahl mit dem Riesentalent Auston Matthews überraschend punktet. Und dass es nicht dabei bleibt, dass sein Team wie gegen Titelverteidiger Kanada die Partie nur bis zum Schlussdrittel offen halten kann.

Neben 17 NHL-Profis hat die Top-Nation sechs College-Spieler dabei. Die Bilanz gegen den Weltmeister von 1933 und 1960 gibt allerdings wenig Anlass zur Hoffnung. Von 40 WM-Duellen gewannen die Deutschen nur sieben. Der bislang letzte Sieg stammt von der Heim-WM vor sechs Jahren, als sich die Deutschen mit 2:1 nach Verlängerung behaupteten. «Mit den Leistungen in den letzten Spielen kann man sicher auch gegen die USA ein Wörtchen mitreden», sagte Torjäger Reimer.