Debatten zu Flüchtlingen auf dem Katholikentag in Leipzig

Die Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik werden heute beim Katholikentag in Leipzig diskutiert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird zu einer Gesprächsrunde mit dem Titel «Vergesst die Gastfreundschaft nicht» erwartet.

Debatten zu Flüchtlingen auf dem Katholikentag in Leipzig
Jan Woitas Debatten zu Flüchtlingen auf dem Katholikentag in Leipzig

Bundestagspräsident Norbert Lammert will gleich auf zwei Podien sprechen, unter anderem zur Begegnung unterschiedlicher Kulturen. Auf dem Programm steht auch eine Preisverleihung: Mit dem Aggiornamento-Preis des Katholikentages werden drei soziale Initiativen aus Bremen, Dresden und Maintal ausgezeichnet.

Der Umgang mit den Flüchtlingen und dem Fremden zieht sich als Thema wie ein roter Faden durch den Katholikentag. Am Donnerstag hatte Bundespräsident Joachim Gauck eine «neue Ängstlichkeit» in Deutschland beklagt. Angst vor dem Fremden sei zwar allen Gesellschaften irgendwo eigen, aber die Erfahrung zeige, dass sie oft unbegründet sei, sagte Gauck.

Für die Fans von A-Capella-Musik steht am Abend ein Highlight an. Die Wise Guys aus Köln, traditionell Gäste bei Katholikentagen, treten auf dem Augustusplatz auf. Die Gruppe wird voraussichtlich zum letzten Mal auf einem Katholikentag zu sehen sein. Sie will sich nächstes Jahr auflösen.

Der Katholikentag dauert noch bis zum Sonntag. Für die Teilnehmer stehen rund 1000 Veranstaltungen auf dem Programm. Verkauft wurden mehr als 32 000 Dauerkarten, zusätzlich rechnete das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Veranstalter mit tausenden Tagesbesuchern.

Katholikentage finden in der Regel alle zwei Jahre in einer anderen Stadt statt - im Wechsel mit den evangelischen Kirchentagen. Die Katholische Kirche zählt in Deutschland 23,9 Millionen Mitglieder (Ende 2014), das entspricht etwa 30 Prozent der Bevölkerung. Der evangelischen Kirche gehören 22,6 Millionen Menschen an.