Der Terror von Paris: Was wir wissen - und was nicht

Schon jetzt ist klar, dass die Terrorserie von Paris verheerende Auswirkungen hatte. Viele Fragen sind aber auch noch offen.

Der Terror von Paris: Was wir wissen - und was nicht
Paolo Levi Der Terror von Paris: Was wir wissen - und was nicht

WAS WIR WISSEN:

- Die Attacken wurden von mindestens acht Tätern verübt. Sie schlugen am Freitagabend an sechs Orten in der französischen Hauptstadt nahezu gleichzeitig zu, schossen wahllos auf Menschen und zündeten mehrere Bomben. Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine minutiös vorbereitete Aktion handelt.

- Die mit Abstand meisten Opfer gab es beim Überfall auf eine ausverkauftes Rockkonzert in der Konzerthalle «Bataclan». Auch auf mehrere Cafés und Restaurants in der Nähe wurden Anschläge verübt. Explosionen gab es außerdem vor dem Fußball-Stadion Stade de France, wo die deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte.

- Insgesamt töteten die Terroristen mindestens 128 Menschen. Rund 250 weitere wurden verletzt, davon viele schwer.

- Die acht Angreifer starben. Ein Terrorist wurde von der Polizei erschossen, die anderen sprengten sich selbst in die Luft.

- Frankreichs Präsident François Hollande machte am Samstagvormittag die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich und sprach von einem «Kriegsakt». Der IS bekannte sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung im Internet zu den Anschlägen.

- Schon vorher hatte es geheißen, bei dem Überfall auf das «Bataclan» habe einer der Angreifer «Allah ist groß» gerufen. Ein Augenzeuge berichtete, dass die Terroristen ihre Tat mit Frankreichs Militäreinsatz in Syrien begründet hätten.

- Ein Attentäter ist französischer Staatsangehöriger. Bei einem anderen der toten Terroristen wurde ein syrischer Pass gefunden. Laut griechischen Behörden soll der Inhaber des Passes Anfang Oktober als Flüchtling auf der Insel Leros registriert worden sein. Dem Sender BFMTV zufolge wurde auch ein ägyptischer Ausweis gefunden. Womöglich führt die Spur der Attentäter auch nach Brüssel. Dort begann am Samstagabend ein großer Polizeieinsatz.

- Die französische Regierung hat den Ausnahmezustand verhängt. In Paris blieben so gut wie alle öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Bibliotheken oder Sporthallen am Samstag geschlossen. Auch der Eiffelturm bleibt bis auf weiteres für Besucher gesperrt. Die Hospitäler waren in Alarmbereitschaft.

WAS WIR NICHT WISSEN:

- Auch am Samstagabend war noch offen, ob unter den Opfern Deutsche sind. Das Auswärtige Amt hat einen Krisenstab eingerichtet.

- Unklar ist auch, ob mit den acht Angreifern alle Terroristen getötet wurden oder es noch weitere Attentäter oder Komplizen gibt. Damit ist auch offen, ob die Terrorserie tatsächlich beendet ist oder weiter akute Gefahr besteht.

- Bisher ist kaum etwas über die Identität der Täter bekannt. Kamen sie aus dem Ausland oder lebten sie in Frankreich? In welcher Verbindung standen sie zueinander, wie organisierten sie sich? Und planten sie die Anschläge eigenständig, oder wurden sie von Hintermännern instruiert und gesteuert? Waren sie bisher völlig unauffällig oder womöglich bereits im Visier der Sicherheitsbehörden? Damit hängt auch die Frage nach eventuellen Versäumnissen zusammen.

- Rätsel gibt ein Mann aus Montenegro auf, der vor gut einer Woche von der Polizei in Oberbayern mit Maschinenpistolen, Handgranaten und Sprengstoff im Auto gestoppt wurde. Angeblich war er damit auf dem Weg nach Paris. Ein Zusammenhang mit den Anschlägen wird geprüft.