Der Warnschuss der Silberpfeile kommt zur perfekten Zeit

Jetzt kann die Formel-1-Konkurrenz von Mercedes fast nur noch warten und hoffen. Die beiden finalen Testtage werden den womöglich wieder nur hinterherhechelnden Rivalen kaum reichen. Und danach werden die Autos auch schon für die Reise nach Australien fertiggemacht.

Der Warnschuss der Silberpfeile kommt zur perfekten Zeit
Peter Steffen Der Warnschuss der Silberpfeile kommt zur perfekten Zeit

1,2 Sekunden betrug der Vorsprung von Nico Rosberg am Freitag bei den Proberunden auf Valtteri Bottas im Williams - ebenfalls mit Mercedes-Power. Sebastian Vettel auf Rang vier war im neuen Ferrari rund zweieinhalb Sekunden zurück. Selbst die offizielle Formel-1-Homepage schrieb bereits vom «bedrohlichen Warnschuss» von Rosberg und Mercedes.

«Es ist klar: Wenn du gewinnen willst, musst du Mercedes schlagen», betonte Vierfach-Weltmeister Vettel drei Wochen vor dem Saisonstart in Melbourne. «Mercedes bleibt der Gradmesser für alle, auch weiterhin», meinte Bottas laut «speedweek.com». Selbst der Finne, dessen Williams von Mercedes-Power angetrieben wird und dessen Teamkollege Felipe Massa zum Auftakt der letzten Testphase noch der Schnellste war, räumte ein: «Ich war nur ein wenig überrascht vom Speed des Mercedes.»

Vier Testtage in Jerez, vier Testtage in Barcelona und noch einmal einer auf dem Circuit de Catalunya - am zehnten Tag von insgesamt zwölf Testschichten war für Mercedes die Zeit reif für die weichen Reifen: Der Silberpfeil bekam die schnellen Pneus. Und damit trafen die Mercedes-Männer die Rivalen empfindlich. Schneller war auf dem als Gradmesser für die gesamte Saison geltenden 4,655 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs an den vorangegangenen Testtagen keiner. Rosberg blieb sogar rund zweieinhalb Sekunden unter der Pole-Zeit von Teamkollege und Weltmeister Lewis Hamilton beim Großen Preis von Spanien im Mai vergangenen Jahres an gleicher Stelle.

Was die Verfolger, denen das überlegene Mercedes-Duo 2014 gerade mal drei Rennsiege durch Daniel Ricciardo im Red Bull übrig gelassen hatte, noch mehr erschrecken dürfte, war Rosbergs Fazit nach seinem vorletzten Testtag. Der 29 Jahre alte gebürtige Wiesbadener klagte zunächst über Probleme mit dem Setup. Viel Übersteuern, unruhiges Heck, keine Traktion. Mit seinen Runden zum Schluss sei er aber zufrieden gewesen. Man sei zuversichtlich, ein gutes Auto zu haben, und er beginne, sich wohl darin zu fühlen.

An diesem Sonntag wird Rosberg seinen Wellness-Kurs fortsetzen. Dann heißt es bereitmachen für die Reise nach Australien. Ausruhen gilt aber auch bei Mercedes nicht. Man wolle sich weiter verbessern, kündigte Rosberg an: «Deshalb stecken wir die Köpfe zusammen und arbeiten weiter.» Das müssen die Verfolger erst recht.