Der Zustrom von Migranten über die Ägäis hat nachgelassen

Der Zustrom von Migranten und Flüchtlingen aus der Türkei nach Griechenland hat deutlich abgenommen.

Der Zustrom von Migranten über die Ägäis hat nachgelassen
Orestis Panagiotou Der Zustrom von Migranten über die Ägäis hat nachgelassen

Binnen 24 Stunden hätten nur 161 Menschen von der türkischen Küste aus zu den griechischen Ostägäis-Inseln übergesetzt, sagte der Sprecher des griechischen Flüchtlingskrisenstabes, Giorgos Kyritsis, am Freitag im Fernsehen.

«Wir beobachten die Entwicklung weiter», sagte Kyritsis. Am Donnerstag war erstmals seit Monaten - offenbar wegen Sturms - kein einziger Flüchtling auf den griechischen Inseln angekommen.

Zu den Protesten humanitärer Organisationen gegen eine Internierung von Flüchtlingen in Aufnahmelagern auf den Ägäis-Inseln sagte Kyritsis, die Menschen würden nicht dauerhaft festgehalten. Es müsse aber kontrolliert werden, wer einen Anspruch auf Asyl habe und wer nicht. Dies habe nicht nur Griechenland, sondern auch die EU mit der Türkei im Flüchtlingspakt vereinbart. Deshalb müssten die Menschen so lange in den Lagern bleiben, bis ihr Asylantrag im von der EU verordneten Schnellverfahren beendet sei.

Nach Informationen aus Regierungskreisen in Athen waren bis zum Freitag erst sehr wenige der rund 2300 versprochenen Asyl- und Sicherheitsexperten sowie Übersetzer aus anderen EU-Staaten in Griechenland eingetroffen. Eigentlich soll vom 4. April an die Rückführung von nicht asylberechtigten Migranten aus Griechenland in die Türkei beginnen. «Weder ist das Personal da, noch liegen die Mittel und die nötigen Befehle vor, wie, wann und womit diese Menschen zurück in die Türkei gebracht werden sollen», sagte ein Offizier der griechischen Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur.

Am Vortag hatte Kyritsis klargestellt, dass es die griechische Regierung nicht für notwendig halte, die Türkei per Gesetz zum sicheren Drittland zu erklären.