Deutsche Aktien angesichts des US-Shutdowns unentschlossen

Die Unsicherheit um den Etatstreit in den USA sorgt am deutschen Aktienmarkt für Richtungslosigkeit. Die wichtigsten Börsenbarometer entwickelten sich uneinheitlich.

Bis zum Mittag trat der Dax mit einem Plus von 0,01 Prozent auf 8599 Punkten nahezu auf der Stelle. Der MDax mittelgroßer Werte sank hingegen um 0,23 Prozent auf 15 079 Punkte und der TecDax ging um 0,14 Prozent zurück auf 1092 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich dagegen mit plus 0,49 Prozent deutlich kräftiger. In Paris legte der Cac 40 um 0,52 Prozent zu, in London war der Anstieg mit 0,11 Prozent geringer.

Der Haushaltsstreit in den USA hat US-Präsident Barack Obama nun gezwungen, eine lange geplante Asienreise abzusagen. Sollte der Kongress das Schuldenlimit wegen des Streits um den Etat nicht rechtzeitig erhöhen, könnte es zur größten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg kommen, hieß es am Donnerstag aus dem Finanzministerium in Washington. Die Schuldenobergrenze muss nach Regierungsangaben bis zum 17. Oktober erhöht werden - sonst droht den USA zumindest teilweise die Zahlungsunfähigkeit.

Für etwas Optimismus sorgte ein Medienbericht, wonach der republikanische Parlamentsvorsitzende John Boehner Verhandlungsbereitschaft signalisiert habe. Dennoch dürfte das Warten an den Märkten wohl über das Wochenende andauern, schrieb Händler Nick Dale-Lace vom Broker CMC Markets - schließlich falle der bedeutende offizielle Arbeitsmarktbericht in den USA am Nachmittag aus.

Einzelwerte wurden mangels Nachrichten vorwiegend von Studien der Investmentbanken bewegt - so auch bei den Aktien der Deutschen Telekom. Eine Studie der UBS schob die Aktien der Bonner mit plus 1,90 Prozent in die Spitzengruppe des Leitindex. Schwer tat sich hingegen europaweit der Stahlsektor, den die Analysten von der Citigroup nun pessimistischer einschätzen. Salzgitter-Anteile rutschten in der MDax-Schlussgruppe 2,30 Prozent ab. ThyssenKrupp-Aktien verloren 0,55 Prozent. Im Zuge europaweit schwacher Rohstoffwerte sackten auch Titel des Aluminiumproduzenten Aurubis 2,28 Prozent ab.