Deutsche Aktien beflügelt von guten Zahlen

Deutsche Aktien sind weiter gestiegen. Positive Vorgaben aus Asien, Kursgewinne bei den Versorgern und gute Konjunkturdaten hievten den Dax zeitweise auf ein Hoch seit Ende Mai.

Am Mittag standen plus 0,76 Prozent auf 8423 Punkte zu Buche. Am Vortag hatte der Leitindex zunächst sein Abwärtsrisiko getestet, dann aber nahe seinem Tageshoch fester geschlossen. Für den MDax ging es zuletzt um 0,62 Prozent auf 14 810 Punkte hoch, der TecDax gewann 0,43 Prozent auf 1031 Punkte. In der Eurozone legte der Leitindex EuroStoxx 50 um 0,45 Prozent zu.

Die asiatischen Börsen schieben auch den Dax an, wie Analyst Michael Hewson von CMC Markets sagte. Händler Matt Basi von CMC Markets hob zudem die «beeindruckenden» ZEW-Konjunkturerwartungen hervor. In Deutschland hellte sich die Stimmung der Finanzexperten im August überraschend stark auf. Zudem konnten die Industrieunternehmen des Euroraums die Produktion im zweiten Quartal deutlichen steigern, wenngleich der Zuwachs etwas hinter den Erwartungen blieb. Am Nachmittag stehen noch Einzelhandelsumsätze aus den USA an.

Untermauert wird die freundliche Stimmung Händlern zufolge auch von den Quartalsberichten deutscher Konzerne. Beim Versorger Eon reagierten die Aktien mit einem Kursplus von mehr fast drei Prozent auf die Bilanzvorlage. Der Gewinn des größten deutschen Energiekonzerns ist im ersten Halbjahr zwar deutlich gesunken, lag damit aber im Rahmen der Analystenerwartungen. RWE-Titel gewannen 2,71 Prozent, zusätzlich gestützt von einer Ausweitung des Sparprogramms. Im MDax feierten Leoni-Aktien eine erhöhte Umsatzprognose des Kabelspezialisten und Autozulieferers mit einem Plus von 6,25 Prozent.

Die Aktie von K+S fand sich dagegen mit minus 2,53 Prozent am Ende des Dax wieder. Der Düngemittel- und Salzproduzent profitierte zwar im zweiten Quartal von einer etwas höheren Nachfrage nach Düngemitteln und blieb mit seinen Kennzahlen weitgehend im Rahmen der Analystenprognosen. Experten erwarten allerdings anhaltende Gewinnrisiken. Titel von ThyssenKrupp gaben 1,81 Prozent ab. Dem «Wall Street Journal» zufolge könnte der Industriekonzern seine Strategie für den Verkauf Stahlwerke in Nord- und Südamerika ändern und die Anlagen in Brasilien letztendlich behalten. Schwach präsentierten sich auch die Papiere der Aareal Bank nach der Vorlage des Quartalsberichts.