Deutsche Aktien drehen ins Minus

Deutsche Aktien haben zum Wochenstart eher neutral auf das Ergebnis eines spannenden Wahlsonntags reagiert.

Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research sagte: «Die Fortsetzung der Kanzlerschaft war eingepreist, belasten könnten nur allzu zähe Koalitionsverhandlungen.»

Der Dax drehte nach freundlichem Start mit 0,18 Prozent auf bei 8660 Punkte ins Minus, wofür Händler allerdings vor allem die schlechten Vorgaben der Wall Street vom Freitag verantwortlich machten. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex ein Plus von 1,95 Prozent geschafft und am Donnerstag bei 8770 Punkten ein Rekordhoch markiert. Der MDax gab zum Wochenstart 0,11 Prozent auf 15 005 Punkte ab, der TecDax fiel um 0,14 Prozent auf 1066 Punkte.

Nach einem Ergebnis knapp unter der absoluten Mehrheit für die CDU bleibt Angela Merkel nach einem großen persönlichen Sieg Kanzlerin, sie muss sich jedoch nach dem Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde einen neuen Partner suchen. Am Freitag hatten die Börsen unter Fed-Mitglied James Bullard gelitten, der mögliche erste Bremsmaßnahmen der US-Notenbank schon im Oktober angedeutet hatte. Das wirkt Händlern zufolge noch negativ nach.

Die Versorger zählten zu den Verlierern im frühen Geschäft. Nach der Wahl bleibt Händlern zufolge Unsicherheit bestehen, denn die - wenn auch nicht wahrscheinliche - schwarz-grüne-Variante könnte die Energiekonzerne belasten. Auch eine große Koalition würde aber keine klare Stimmungsaufhellung bringen. Eon-Papiere verloren 1,63 Prozent, die Aktien von RWE fielen um 1,24 Prozent.