Deutsche Aktien halten hohes Niveau

Deutsche Aktien haben am Mittwoch ihr höheres Kurniveau verteidigt. Die jüngsten US-Konjunkturdaten lösten am Nachmittag keine neue Bewegung aus. Der Dax schwankte bis zum Nachmittag um seinen Vortagesschluss und stand zuletzt 0,01 Prozent tiefer bei 8415 Punkte.

In seiner jüngsten Erholung hatte er am Vortag auf dem höchsten Stand seit Ende Mai geschlossen. Für den MDax ging es zur Wochenmitte um 0,25 Prozent hoch auf 14 817 Punkte, der TecDax gewann 0,99 Prozent auf 1041 Punkte. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, kletterte bei anhaltend guter Stimmung vieler Anleger um 0,06 Prozent nach oben.

«Die ermutigenden Konjunkturdaten aus Frankreich und Deutschland unterstreichen die Hoffnung, dass die Eurozone wirtschaftlich das Schlimmste hinter sich hat», sagte Marktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Der krisengeplagte Euroraum hat nach anderthalb Jahren Misere den Weg aus der Rezession gefunden. Fundamental sind laut Halver 8800 Punkte im Dax möglich.

Hierzulande läuft die Berichtssaison mit einer letzten Flut an Bilanzvorlagen langsam aus. Mit RWE und ThyssenKrupp rücken zwei Sorgenkinder im Dax in den Fokus. «Bei RWE sind die bereinigten Ergebnisse etwas enttäuschend ausgefallen», sagte ein Börsianer. An der Prognose hielt RWE fest. Die Aktie fiel mit minus 4,79 Prozent auf 21,29 Euro ans Dax-Ende.

Der angeschlagene Industriekonzern ThyssenKrupp steckt weiter tief in den roten Zahlen. Beim geplanten Verkauf der verlustreichen Stahlwerke in Übersee tritt er auf der Stelle. Ein Analyst sagte: «Alles in allem sind die Zahlen OK und die Ziele wurden bestätigt. Es gibt aber keinen Anlass das Investmentszenario zu verändern. Wir bleiben vorsichtig.» Die Papiere von ThyssenKrupp sackten um 2,05 Prozent ab.

Bester Wert im Dax waren Infineon-Aktien mit plus 1,53 Prozent. Spekulationen um eine Konsolidierung in dem Sektor hätten dem Papier des Halbleiterherstellers einen positiven Impuls gegeben, hieß es.

Im MDax waren Celesio-Aktien nach einem gesenkten Ergebnisziel des Pharmahändlers mit minus 2,03 Prozent der größte Verlierer. Vor allem die anhaltende Rabattschlacht in Deutschland hinterließ im zweiten Quartal erneut Spuren. Die Titel von Hochtief fielen trotz «sehr guter Zahlen» um 1,62 Prozent. Am Morgen hatten die Papiere der australischen Tochter Leighton nach der Bilanzvorlage fast sechs Prozent verloren, was den deutschen Baukonzern belaste. Gagfah-Titel profitierten dagegen nach dem Halbjahresbericht von einer nun deutlich optimistischeren Prognose für die Funds from Operations (FFO). An der MDax-Spitze gewannen sie 6,25 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,50 (Dienstag: 1,46) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,32 Prozent auf 133,01 Punkte. Der Bund Future verlor 0,02 Prozent auf 140,79 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3243 (1,3290) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7551 (0,7524) Euro.