Deutsche Aktien legen zu dank positiver Stimmung

Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben sich ohne starke neue Impulse freundlich entwickelt. Der Dax stand am Nachmittag 0,37 Prozent höher bei 9206 Punkten.

In der Vorwoche hatte der Leitindex nach seinem Rekordhoch bei 9424 Punkten zunächst einen Korrekturkurs eingeschlagen, am Freitag aber nach guten Arbeitsmarktdaten aus den USA wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Am Montagmorgen stützten zudem insgesamt gute Daten aus China. Der MDax stieg zuletzt um 0,45 Prozent auf 16 028 Punkte, der Technologieindex TecDax gewann 0,88 Prozent auf 1141 Punkte.

«Der Dax hat seine Korrektur beendet. Nun dürfte doch noch eine Jahresendrallye stattfinden», sagte Experte Christoph Geyer von der Commerzbank. Die Jobdaten aus den USA vor dem Wochenende sind aus Händlersicht «gut, aber nicht zu gut» ausgefallen.

Das hatte bereits andere Leitbörsen angetrieben und für gute Stimmung gesorgt. Einem Händler zufolge wird nun die wirtschaftliche Erholung wieder stärker berücksichtigt, als die Angst vor bald startenden Bremsmaßnahmen der Notenbank. Die deutsche Industrie ist unterdessen schwach ins Schlussquartal gestartet mit einem Produktionsminus von 1,2 Prozent.

Versorgerwerte zählten zu den Dax-Favoriten, unterstützt durch eine positive Studie. RWE-Papiere kletterten mit plus 1,51 Prozent auf 27,305 Euro. Die Aktien von Eon legten rund ein Prozent zu. Weniger gefragt zeigten sich defensiv eingestufte Werte wie die Aktien des Medizinkonzerns Fresenius mit einem Abschlag von 0,61 Prozent, die eher in unsicheren Zeiten bevorzugt würden. Am Ende des Dax standen aber HeidelbergCement mit minus 1,86 Prozent.

Nachrichtlich gab es kaum Impulse. Post-Aktien verzeichneten trotz eines eher negativ gewerteten Zeitungsberichts ein Plus von 0,82 Prozent. Dabei vergrault der Logistiker laut «Handelsblatt» mit seiner geplanten Portoerhöhung einige wichtige Kunden. Lufthansa-Papiere legten 0,20 Prozent zu. Die Fluggesellschaft will ihr Vielfliegerprogramm Miles & More profitabler machen.

Im MDax sprangen die Aktien von Sky Deutschland mit 5,84 Prozent ins Plus. Der Bezahlsender sicherte sich die Übertragungsrechte für die Fußball Champions League für drei weitere Jahre.

Die Anteile am Bezahlsender kosten erstmals seit Oktober 2008 mehr als 8 Euro. Springer-Titel kletterten um 2,26 Prozent ins Plus, nachdem der Medienkonzern mitgeteilt hatte, den Nachrichtensender N24 zu übernehmen. N24 soll mit der «Welt»-Gruppe zusammengeführt werden.

Sehr schwach zeigte sich dagegen ein Wert aus der dritten Aktienreihe: Die Aktie von Borussia Dortmund zählte mit minus 5,04 Prozent zu den größten Verlierern. Der Fußball-Bundesligist hatte am Samstag das Duell der Bayern-Verfolger gegen Bayer Leverkusen verloren. «Extrem belastend für den BVB ist die Verletzungsseuche», sagte Analyst Alexander Langhorst von GSC Research.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere 1,51 (Freitag: 1,52) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 133,10 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,04 Prozent auf 140,10 Punkte. Der Eurokurs stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3722 (1,3661) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7288 (0,7320) Euro.