Deutsche Aktien legen zu - K+S und Merck die Gewinner

Die Hoffnung auf weiterhin billiges Geld in den USA hat am Donnerstag den deutschen Aktienmarkt beflügelt. Zugleich setzt sich die Berichtssaison fort und liefert den Anlegern nicht nur Grund zu Frust, sondern vor allem auch zur Freude.

Bis zur Mittagszeit gewann der Dax 0,89 Prozent auf 9136 Punkte. Der MDax legte um 0,74 Prozent auf 16034 Punkte zu. Der TecDax stieg um 1,49 Prozent auf 1141 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte zugleich um 0,75 Prozent auf 3044 Punkte vor.

«Die künftige US-Notenbankchefin, Janet Yellen, hat sich in ihrem Manuskript für eine weitere ultralockere Geldpolitik in den USA ausgesprochen. Dies führt dazu, dass die Märkte deutlich steigen», sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski von GKFX. Die Äußerungen von des EZB-Chefvolkswirts Peter Praet am Vortag, dass Europa noch nicht am Ende sei, die Wirtschaft mit billigem Geld zu fluten, wirkten zudem ebenfalls nach.

Ein Blick auf die Konjunkturdaten der Eurozonenländer zeigte zudem, dass Deutschlands Wachstum im dritten Quartal zwar an Schwung verlor, die Analystenerwartungen aber getroffen wurden.

Unter den Dax-Werten galt die Aufmerksamkeit den Geschäftsberichten von K+S, Merck und RWE. Mit einem Kurssprung von 5,11 Prozent eroberten die Anteilsscheine des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S die Index-Spitze. Laut einem Händler lag dies vor allem an dem angekündigten Sparprogramm, das prägnanter als erwartet ausgefallen sei. In den kommenden drei Jahren sollen die Kosten um insgesamt 500 Millionen Euro gesenkt werden.

Erfolge beim Konzernumbau und die Nachfrage aus den Schwellenländern sorgten im abgelaufenen Jahresviertel beim Pharma- und Chemiekonzern Merck für Rückenwind. Vorstandschef Karl-Ludwig Kley hob daher die Jahresprognose für das bereinigte operative Ergebnis an, was der Aktie ein Plus von 1,15 Prozent bescherte. Die RWE-Papiere hingegen brachen angesichts düsterer Aussichten auf das neue Jahr zeitweise um mehr als 8 Prozent ein. Der Versorger reagiert mit neuen Sparzielen und einem umfangreichen weiteren Personalabbau.