Deutsche Aktien mit Verlusten

Deutsche Aktien sind am Dienstag ins Minus gerutscht. Anleger agierten aus Vorsicht vor möglicherweise guten US-Konjunkturdaten zurückhaltend, sagten Börsianer.

Denn gute Nachrichten aus der größten Volkswirtschaft der Welt würden die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die US-Notenbank Fed ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm eher drossele. Der Dax verlor bis zum Mittag 0,86 Prozent auf 9321,11 Punkte, der MDax fiel um 1,16 Prozent auf 16 206,41 Punkte. Beide Indizes hatten am Montag neue Bestmarken erreicht. Der TecDax fiel am Dienstag um 1,01 Prozent auf 1144,61 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 lag deutlich im Minus mit 0,98 Prozent.

«Es ist gesund, dass der DAX sein Überdruckventil geöffnet hat und zwischenzeitlich auch einmal nachgibt», sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black verwies auf den überraschenden Anstieg des ISM-Einkaufsmanagerindex in den USA am Vortag. Investoren warteten vor den anstehenden US-Konjunkturzahlen in dieser Woche nun ab. Unter anderem steht der Arbeitsmarktbericht am Freitag an.

Aktien von ThyssenKrupp verloren nach einer Kapitalerhöhung weiter an Boden. Die Titel des kriselnden Stahlkonzerns gaben fast drei Prozent ab, nachdem sie am Vortag wegen der Enttäuschung um die fortdauernde Misere herbe Verluste von mehr als acht Prozent hatten einstecken müssen. Mit den mehr als 51 Millionen neu ausgegebenen Aktien sammelten die Essener brutto rund 880 Millionen Euro ein. Mit der Kapitalerhöhung sei nun eine große Belastung für den Aktienkurs vom Tisch, sagte ein Händler. Die Platzierung selbst drücke aber zunächst auf den Kurs.

Großer Verlierer im Leitindex waren auch Lufthansa mit einem Kursverlust von knapp drei Prozent. Händler verwiesen unter anderem auf Medienberichte zu einem Fall von Vogelgrippe in Hongkong, der die Fluggesellschaft belaste. Anzeichen dafür, dass sich die Krankheit ausbreiten könnte, seien negativ für Fluggesellschaften. Bei der Commerzbank sorgten Unterschuchungen von Steuerermittlern in den Geschäftsräumen für Aufsehen. Allerdings betonte die Bank, dass sich die Ermittlungen nicht gegen die Bank richteten, sondern gegen einzelne Mitarbeiter eines anderen Finanzdienstleisters. Commerzbank-Aktien verloren bis zum Mittag nahezu drei Prozent.