Deutsche Aktien ohne einheitliche Richtung

Auch am Freitag haben die deutschen Standardwerte keine einheitliche Richtung gefunden. Der Dax verlor bis zum Nachmittag 0,16 Prozent auf 8650 Punkte, während der MDax 0,17 Prozent auf 15068 Punkte gewann.

Der Dax steht mit einem Wochenminus von zuletzt 0,30 Prozent nahe seinem Niveau vom vergangenen Freitag. Kaufinteresse von US-Anlegern verhindert einem Händler zufolge bisher eine stärkere Korrektur. Der Leitindex dürfte damit Anfang kommender Woche das fünfte starke Quartal in Folge feiern. Der TecDax legte 0,44 Prozent auf 1084 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,22 Prozent.

In Europa richten sich die Blicke weiter vor allem auf die politische Instabilität in Italien und ihre Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. So reagierte der Markt negativ auf zwei Anleiheauktionen im Volumen von sechs Milliarden Euro. In dem Krisenland war die Nachfrage nach Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit geringer als zuletzt, die Refinanzierungskosten stiegen. Anleger warteten auch auf das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan aus den USA, das nochmals für Bewegung sorgen könnte.

Post-Aktien kletterten mit plus 1,74 Prozent auf 24,53 Euro an die Dax-Spitze nach einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs. Conti-Titel folgten mit einem Aufschlag von 1,64 Prozent, nachdem die Anteile an dem Autozulieferer ihre jüngste enge Handelsspanne nach oben verlassen konnten. Adidas-Aktien zogen im Kielwasser überraschend guter Zahlen vom US-Erzrivalen Nike um 0,32 Prozent an.

Nach einer Abstufung durch HSBC rutschten die Papiere von HeidelbergCement als zweitschwächster Dax-Wert um 2,21 Prozent ab. Mit der stärksten Kursentwicklung im Sektor seien die Papiere nun ihrem fairen Wert sehr nahe gerückt. Der Baustoffhersteller leide zudem unter der Abschwächung in Indonesien und der schwachen Währungsentwicklung in den Schwellenländern. Größter Verlierer waren aber die Titel von K+S mit minus 2,40 Prozent. Die Aktien schwanken weiter zwischen Hoffen und Bangen mit dem Blick auf den Kali-Markt.

Belastet durch eine gestrichene Kaufempfehlung von Berenberg ging es für die Papiere von Hugo Boss um 1,47 Prozent nach unten an das MDax-Ende. Bester Wert in dem Index waren dagegen Aareal Bank ohne Nachrichten mit plus 2,18 Prozent. Im TecDax schnellten Nordex-Titel um 4,61 Prozent nach oben.

Der Windkraftanlagenbauer liefert 18 Großturbinen für einen Windpark der Essener Steag in Brandenburg, was die Aktie mit dem höchsten Stand seit Januar 2010 quittierte. QSC-Aktien sprangen an ihrem dritten starken Tag bis auf einen Rekord seit August 2007. Zuletzt blieben noch plus 1,89 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,44 Prozent (Donnerstag: 1,46 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 133,44 Punkte. Der Bund-Future mit Laufzeit Dezember gewann 0,36 Prozent auf 140,32 Punkte. Der Euro stieg etwas. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3537 (1,3499) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7387 (0,7408) Euro.