Deutsche Aktien ohne klare Richtung angesichts des US-Budgetstreits

Angesichts der Unsicherheit um den Etatstreit in den USA hat sich der deutsche Aktienmarkt ohne klare Richtung gezeigt. Die wichtigsten Börsenindizes entwickelten sich uneinheitlich.

Der Dax pendelte unentschlossen um den Vortagesschluss und lag zuletzt 0,03 Prozent höher bei 8600 Punkten. Der MDax mittelgroßer Werte sank um 0,18 Prozent auf 15 085 Punkte. Der TecDax verlor 0,25 Prozent auf 1091 Punkte. In der Eurozone ging es hingegen aufwärts - der Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,58 Prozent. In Paris betrug der Aufschlag 0,67 Prozent, in London ging es 0,17 Prozent nach oben.

Der Haushaltsstreit in den USA bleibt das bestimmende Thema. US-Präsident Barack Obama sah sich gezwungen, seine geplante Asienreise abzusagen. An den Märkten spielt die Sorge um die anstehenden Verhandlungen zur Schuldenobergrenze die weit größere Rolle. Bei einem Scheitern nämlich rechnen Ökonomen mit ernsteren Konsequenzen als bislang - unter anderem droht ein teilweiser Zahlungsausfall des Staates in der weltgrößten Volkswirtschaft, wenn bis Mitte Oktober keine Einigung steht.

Für etwas Optimismus sorgte ein Medienbericht, wonach der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, John Boehner, Verhandlungsbereitschaft signalisiert hat. Klare Signale fehlten an den Börsen jedoch unter anderem wegen des Ausfalls des wichtigen US-Arbeitsmarktberichts, kommentierte Marktanalyst Jens Klatt vom Analysehaus DailyFX. Die Schwankungen an den Märkten hielten sich demzufolge in Grenzen.

Den Aktien der Deutschen Telekom half eine positive Analystenstudie der UBS. Die Aktien der Bonner stiegen mit plus 2,18 Prozent in die Spitzengruppe des Leitindex. Schwer tat sich indes europaweit der Stahlsektor, den die Analysten der Citigroup nun pessimistischer einschätzen. Salzgitter-Anteile rutschten in der MDax-Schlussgruppe 2,12 Prozent ab. ThyssenKrupp-Aktien verloren 0,55 Prozent. Der Stahlhändler Klöckner & Co legte hingegen 0,13 Prozent zu. Im Zuge europaweit schwacher Rohstoffwerte sackten Aurubis-Papiere 1,56 Prozent ab.

Lufthansa-Titel stiegen um 2,44 Prozent. Die Verlagerung der Europaflüge auf die Billigtochter Germanwings werde das Ergebnis bereits im laufenden Jahr um 90 Millionen Euro verbessern, sagte Lufthansa Passage-Chef Carsten Spohr auf einer Analystenkonferenz in London. Im Jahr 2015 werde Germanwings schwarze Zahlen schreiben. Aktien der Commerzbank legten nach ihrem Verlust in Höhe von gut zwei Prozent am Vortag an der Dax-Spitze 2,93 Prozent zu.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,50 Prozent am Vortag auf 1,49 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 133,41 Punkte. Der Bund-Future mit Laufzeit Dezember verlor 0,23 Prozent auf 139,89 Punkte. Der Euro hat zuletzt etwas nachgegeben und wurde bei 1,3585 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3593 (Donnerstag: 1,3594) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7357 (0,7356) Euro.