Deutsche Aktien ohne klare Richtung durch die Zahlenflut

Mit der Zahlenflut im Fokus hat der deutsche Aktienmarkt bis zum Mittag keine klare Richtung eingeschlagen. Börsianer verarbeiten die Bilanzen von alleine sieben Dax-Konzernen.

Am Nachmittag steht zudem die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank EZB im Fokus. Der Dax verharrte 0,03 Prozent höher bei 9044 Punkten. Der Rekord liegt bei 9070 Punkten. Der MDax fiel um 0,49 Prozent auf 16 137 Punkte. Der TecDax arbeitete sich mit 0,12 Prozent ins Plus auf 1143 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor zuletzt 0,40 Prozent.

Die Quartalsbilanzen lösten ganz unterschiedliche Kursreaktionen aus - mit einer riesigen Spannbreite von rund 10 Prozent Plus (Commerzbank) bis über 4 Prozent Minus (Heidelbergcement).

Vor der Entscheidung der Währungshüter gebe es indes viele Spekulationen, sagte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG. Die Mehrheit der Analysten rechne lediglich damit, dass der Markt auf eine Zinssenkung im Dezember vorbereitet werde. Die prall gefüllte Tagesagenda wird am Nachmittag noch abgerundet durch einige US-Daten.

Commerzbank-Aktien feierten ein besser als erwartet ausgefallenes Quartal und den bestätigten Ausblick mit einem Kurssprung von 9,83 Prozent. Die Anteile an dem zweitgrößten deutschen Geldinstitut stiegen erstmals seit März über 10 Euro.

Sehr fest zeigten sich auch Conti-Papiere mit plus 5,14 Prozent auf Rekordhoch. Getrieben von wachsender Nachfrage und günstigen Einkaufspreisen hat der Autozulieferer seine Margen-Prognose erhöht. Beim Umsatz ist das Unternehmen wegen des starken Euro etwas pessimistischer. Die Quartalsergebnisse sah ein Experte deutlich über den Erwartungen.

Adidas-Titel reagierten mit plus 2,95 Prozent auf die Zahlen des Sportartikelanbieters. Die Papiere von Siemens verteuerten sich nach der Bilanzvorlage des Elektrokonzerns und der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms zuletzt um 3,59 Prozent auf ein neues Hoch seit Juli 2011.

Die Papiere von HeidelbergCement rutschten dagegen nach der Zahlenvorlage und wegen eines vorsichtigeren Ausblicks am Dax-Ende um 4,14 Prozent auf 56,83 Euro ab. Die T-Aktie sackte trotz überraschend guter Zahlen um 2,41 Prozent ab. Commerzbank-Analystin Heike Pauls verwies auf die auslaufende relative Stärke im heimischen Mobilfunkmarkt. Zudem sei das Überraschungspotenzial nach Zahlen von T-Mobile USA begrenzt gewesen. Munich Re verbilligten sich um 2,52 Prozent. Dabei bleibt der Rückversicherer trotz Flut und Hagel im Sommer zuversichtlich und kauft eigene Aktien zurück.