Deutsche Aktien profitieren von Hoffnung bei Griechenland

Hoffnung auf eine Einigung im griechischen Schuldenstreit hat den deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte beflügelt.

Börsianer klagten dennoch über ein lustloses Geschäft am Aschermittwoch. Die klaren Impulse hätten gefehlt. Der deutsche Leitindex schloss 0,60 Prozent höher bei 10 961 Punkten. Am vergangenen Freitag hatte das Barometer der 30 wichtigsten deutschen Aktienwerte seine Rekordlatte auf 11 013 Punkte gelegt.

Im griechischen Schuldendrama hält Athen die europäischen Geldgeber aber hin. Der angekündigte Antrag auf eine Verlängerung von Hilfen für das Krisenland soll wohl erst Donnerstag abgeschickt werden. Laut Marktanalyst Carlo Alberto De Casa von ActivTrades in London blicken viele Anleger vorsichtig auf die delikate Situation in dem Land. Der Rückzug ukrainischer Regierungstruppen aus dem strategisch wichtigen Ort Debalzewo wurde indes positiv an den Börsen aufgenommen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 1,26 Prozent auf 19 499,42 Punkte. Das ist ein Rekord für das Mittelstands-Barometer. Der TecDax legte um 0,89 Prozent auf 1535,22 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index erreichte ein Hoch seit Juni 2001.

Tagesgewinner im Dax waren die Papiere des Salz- und Düngerproduzenten K+S mit einem Plus von 3,30 Prozent auf 28,815 Euro. Händlern zufolge wurde das Papier von einem positiven Analystenkommentar angetrieben. Eine pessimistische Studie drückte dagegen die am Vortag favorisierten Versorger diesmal mit ans Dax-Ende: die Anteile am größten deutschen Energiekonzern Eon sackten um 0,99 Prozent auf 13,44 Euro ab. RWE-Papiere verloren nahezu genauso viel. Tagesverlierer im Leitindex war aber die T-Aktie mit einem Minus von 1,02 Prozent.

Im MDax trieb die Zahlenvorlage die Papiere der Norma Group um 2,70 Prozent nach oben. Der Autozulieferer hatte 2014 dank eines starken Wachstums in den USA und Übernahmen Rekordwerte für Umsatz und operativen Gewinn eingefahren. Eine letztlich positiv aufgenommene Kapitalerhöhung half SHW im SDax zum Kursgewinn von 2,78 Prozent.

Südzucker-Papiere litten dagegen unter Problemen bei Cropenergies. Der andauernde Preisverfall von Bioethanol dürfte die Tochter 2015 noch tiefer in die roten Zahlen drücken als gedacht. Südzucker verloren als MDax-Schlusslicht 1,28 Prozent, Cropenergies-Aktien rutschten um 6,45 Prozent ab.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,80 Prozent auf 3465,80 Punkte. Er ging auf dem höchsten Stand seit Juni 2008 aus dem Handel. Der Cac-40-Index in Paris kletterte ebenfalls auf ein Hoch seit fast sieben Jahren. Der Londoner Leitindex FTSE 100 trat nur auf der Stelle. In New York verlor der Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt 0,15 Prozent.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere stieg auf 0,29 (Vortag: 0,27) Prozent. Der Rentenindex Rex gewann 0,03 Prozent auf 140,31 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,03 Prozent auf 158,50 Punkte zu. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1372 (1,1415) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8794 (0,8760) Euro.