Deutsche Aktien setzen Rekordjagd nach US-Daten fort

Angetrieben von einem für die Börsen positiven Arbeitsmarktbericht aus den USA haben deutsche Aktien ihre Rekordjagd am Dienstag fortgesetzt. Der Dax legte die Latte im Verlauf über 8987 Punkte und gewann schließlich 0,90 Prozent auf 8947,46 Punkte.

Das waren sowohl im Handelsverlauf als auch auf Schlussbasis neue Spitzenwerte. Der MDax ging 0,07 Prozent höher bei 15 810,51 Punkten auf Rekordhoch aus dem Handel und der TecDax erreichte mit plus 0,35 Prozent auf 1122,77 Punkte den höchsten Stand seit Februar 2002. Auch der SDax kleiner Werte markierte einen Schlussrekord.

Die europäischen Standardwerte strebten ebenfalls weiter nach oben: Der EuroStoxx 50 schloss mit plus 0,57 Prozent bei 3045,77 Punkten so hoch wie seit Februar 2011 nicht mehr. Auch die Leitindizes an den Börsen in Paris und London gewannen rund ein halbes Prozent. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsende in Europa 0,44 Prozent höher.

Auch der Euro ließ sich von den überraschend schwachen Daten vom US-Arbeitsmarkt in Richtung eines Zweijahreshochs auf zuletzt 1,3780 Dollar treiben.

«Der neue sichere Hafen heißt Europa respektive Deutschland. Die aus den USA und dem Rest der Welt zu uns schwappende Liquidität treibt die Märkte weiter nach oben», sagte Portfolio-Manager Ludwig Donnert von Tao Capital. Das zeige auch der starke Euro. Der neuerliche Schub an den Aktienbörsen resultiere aus einem schlechter als erwarteten Arbeitsmarktbericht aus den USA für September: «Die Sorge vor dem Ende der ultralockeren Geldpolitik der Federal Reserve - dem "tapering" - ist nach den Arbeitsmarktdaten und dem Verwaltungsstillstand in Washington für dieses Jahr vom Tisch.»

Das sagte auch Analyst Dirk Chlench von der LBBW: «Der Arbeitsmarktbericht für September ist auf ganzer Linie eine Enttäuschung.» Dabei sei er vom Regierungsstillstand noch nicht berührt. Die New Yorker Börsen ließ sich indes auch nicht lumpen: der S&P-500-Index setzte seine Rekordfahrt fort und stieg erstmals in seiner Geschichte über 1759 Punkte. Im Rohstoffsektor verbuchten zudem Gold & Co. teils kräftige Gewinne.

Tagesgewinner im Dax waren die Aktien der Deutschen Post mit plus 3,46 Prozent auf 24,805 Euro. Die Anteile an dem Logistiker profitierten Händlern zufolge von der Hoffnung auf eine mögliche Erhöhung des Briefporto. Zudem habe das Papier nach seiner zuletzt eher verhaltenen Kursbewegung Nachholpotenzial, wie ein Händler ergänzte. Die Papiere der Munich Re gewannen 2,19 Prozent. Analysten äußerten sich positiv zu dem weltgrößten Versicherer. Die Banken HSBC und Merrill Lynch fürhen die Aktie auf ihrer Empfehlungsliste.

Lufthansa-Titel gerieten nach Eckdaten zum dritten Quartal mit minus 2,36 Prozent am Dax-Ende unter Druck. Angesichts hoher Kosten für ihr Sparprogramm gewinnt Europas größte Fluggesellschaft nicht so schnell an Fahrt wie geplant. Die Papiere des Chipherstellers Infineon verloren über zwei Prozent. Händler verwiesen auf schwächer als erwartet ausgefallene Zahlen des Rivalen Texas Instruments. Die Aktie der US-Amerikaner verlor zuletzt knapp zwei Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,51 (Vortag: 1,50) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,07 Prozent auf 133,16 Punkte. Der Bund-Future gewann dagegen dank den US-Daten 0,46 Prozent auf 140,52 Punkte zu. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3674 (1,3667) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7313 (0,7317) Euro.