Deutsche Aktien sinken weiter

Der möglicherweise bevorstehende Militärschlag gegen Syrien hat auch zur Wochenmitte den deutschen Aktienmarkt ins Minus gedrückt. Die Verluste fielen aber etwas geringer aus als noch am Dienstag. Der Dax war im frühen Mittwochshandel gleichwohl erstmals seit Mitte Juli wieder unter die Marke von 8200 Punkten gerutscht und sank zuletzt um 1,39 Prozent auf 8128 Punkte.

Tags zuvor war der Leitindex bereits wegen der wachsenden geopolitischen Unsicherheit um 2,28 Prozent eingeknickt. Für den MDax ging es am Mittwoch um 1,59 Prozent auf 14 286 Punkte nach unten, und der TecDax fiel um 1,77 Prozent auf 1003 Punkte. An den europäischen Börsen hielten sich die Abschläge in Grenzen: Der Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,67 Prozent auf 2730 Punkte.

Eine Woche nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz rückt ein Militärschlag des Westens gegen das syrische Regime offenbar immer näher. Der Sender NBC berichtete, Raketenangriffe auf Ziele in dem Land könnten bereits am Donnerstag beginnen.

Laut Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank rechnen die deutschen Anleger derzeit nur mit einem kurzen und regional begrenzten Militärschlag. Eine Eskalation sei wohl nicht zu erwarten. Insofern seien die Investoren zwar etwas irritiert, reagierten aber nicht panisch.

Im Dax sackten die Titel der Lufthansa um 4,05 Prozent auf 13,37 Euro ab und fielen damit auf den tiefsten Stand seit Dezember. Die Sorge vor einer Eskalation des Syrien-Konflikts hatte die Ölpreise weiter stark nach oben getrieben.

Autozulieferer zählten ebenfalls zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt, nachdem das Branchenunternehmen Schaeffler seine Umsatzprognose gesenkt hatte. Continental-Titel waren mit minus 4,45 Prozent schwächster Wert im Dax. Die Aktien von Leoni mit einem Abschlag von 6,12 Prozent und ElringKlinger-Papiere mit minus 3,46 Prozent stachen im MDax negativ hervor.

Rheinmetall-Papiere entzogen sich dem negativen Trend und kletterten an der Spitze des MDax um 1,52 Prozent nach oben. Vermutlich stütze die steigende Kriegsgefahr die Papiere des Rüstungsunternehmens und Automobilzulieferers, sagten Händler.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,55 Prozent am Vortag auf 1,52 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 132,73 Punkte. Der Bund Future verlor 0,16 Prozent auf 140,71 Punkte. Für den Kurs des Euro ging es nach oben. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3347 (Dienstag: 1,3338) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7492 (0,7497) Euro.