Deutsche Aktien steigen an im Zuge der EZB-Zinsentscheidung

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag moderate Gewinne verzeichnet. Börsianer sprachen von einem nervösen Handel im Zuge der Zinsentscheidungen in Europa.

Der Dax stand am Nachmittag mit 0,17 Prozent im Plus bei 9514 Punkten, der MDax legte um 0,31 Prozent auf 16 675 Punkte zu. Der Index mittelgroßer Werte markierte im Verlauf bei 16 691 Punkten ein Rekordhoch. Der TecDax gewann 0,76 Prozent auf 1204 Punkte und notiert auf einem Zwölfjahreshoch. Der EuroStoxx 50 legte 0,25 Prozent zu.

Das Hauptaugenmerk galt der Europäische Zentralbank (EZB). Die Währungshüter ließen ihren Leitzins wie von Volkswirten erwartet unverändert. Trotz der sehr niedrigen Inflation und schleppender Kreditvergabe im Euroraum bleibt der Zins, zu dem sich die Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, damit auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent.

EZB-Chef Mario Draghi bekräftigte das Niedrigzins-Versprechen. Die Notenbank müsse die Preisstabilität in beide Richtungen verteidigen und sei bereit zu handeln, falls sich der Inflationsausblick weiter verschlechtere. Auch die britische Notenbank hat ihren aggressiven geldpolitischen Kurs trotz des starken Wirtschaftswachstums nicht verändert. Am Abend eröffnet Alcoa die Berichtssaison in den USA.

Auf Unternehmensseite blieben die Celesio-Aktien im Fokus. Der US-amerikanische Pharmagroßhändler McKesson hat sein Übernahmeangebot für den deutschen Konkurrenten auf 23,50 Euro je Aktie erhöht und sich damit die Zustimmung des Großaktionärs und Hedgefonds Elliott erkauft. Die Annahmefrist läuft um Mitternacht aus. Am Vortag hatte die Spekulation auf eine Angebotserhöhung auf 25 Euro das Papier nach oben katapultiert. Nun bröckelten die Celesio-Titel um 2,04 Prozent auf 24,00 Euro ab. Einige Investoren spekulieren einem Börsianer nun offenbar darauf, dass bei einer erfolgreichen Übernahme die Restaktionäre noch bessere Konditionen bekommen.

Im Dax kletterten die Aktien der Commerzbank mit plus 2,26 Prozent an die Spitze. Zudem wurden die deutschen Autobauer nach guten Verkaufszahlen aus China favorisiert. Wie der Branchenverband CAAM mitteilte, stieg der Absatz von Personenkraftwagen 2013 in dem Land um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für dieses Jahr werden neun bis elf Prozent Wachstum vorausgesagt. Daimler-Aktien legten um 1,16 Prozent zu, BMW und VW-Tiel gewannen knapp ein halbes Prozent.

Im MDax preschten die Aktien von Gerry Weber nach einem Zwischenbericht des Modekonzerns um 7,93 Prozent nach oben. Das Unternehmen kommt beim Ausbau des eigenen Filialgeschäfts weiter voran. Der Bereich wuchs auch bereinigt um Ladeneröffnungen und Zukäufe im vierten Geschäftsquartal weiter kräftig. Zudem sei das deutsche Weihnachtsgeschäft besser als bei Konkurrenten gelaufen.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,63 (Mittwoch: 1,59) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,17 Prozent auf 132,20 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,16 Prozent auf 139,70 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3612 (1,3594) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7346 (0,7356) Euro.