Deutsche Aktien stoppen Rekordjagd

Die deutschen Aktienindizes haben ihre Rekordjagd am Mittwoch gestoppt. Der Dax ging 0,31 Prozent tiefer bei 8919,86 Punkten aus dem Handel.

Der MDax verlor 0,29 Prozent auf 15 764,27 Punkte und der TecDax gab um 0,36 Prozent auf 1118,72 Punkte nach. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex Dax die Messlatte noch über 8987 Punkte gelegt und auch der MDax mittelgroßer Titel hatte erneut eine Rekordmarke gesetzt. Der Kleinwerteindex SDax schloss zur Wochenmitte auf neuem Rekord.

«Nach der fulminanten Ralley mit einem Plus von fast 900 Punkten seit Anfang September nehmen einige Investoren erst einmal Geld vom Tisch und warten auf neue Einstiegschancen zu günstigeren Preisniveaus», sagte Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG in Düsseldorf. Schwache Vorgaben aus Fernost hätten dies begünstigt, nachdem steigende Geldmarktsätze in China Unsicherheit in die Region gebracht hätten und der anziehende Yen zusätzlich auf die Stimmung an der Tokioter Börse gedrückt habe.

Am Dax-Ende standen Bankentitel, die auch europaweit den schwächsten Sektor stellten. Aktien der Deutschen Bank verloren 2,18 Prozent nach Berichten über eine anstehende Einigung der Rabobank mit britischen und US-Behörden. Demnach wird der Libor-Skandal die Niederländer teuer zu stehen kommen. Die mögliche Strafe von einer Milliarde Dollar läge deutlich über den Schätzungen von Analysten, sagte ein Händler. Entsprechend negativ wäre das Signal für andere Banken, deren mögliche Beteiligung an einer Manipulation des Referenzzinssatzes Libor untersucht werde.

Zudem will die Europäische Zentralbank vor dem Start der europäischen Bankenaufsicht die Bilanzen von 124 Geldhäusern im Euro-Raum genau durchleuchten und dabei eine Quote von 8 Prozent an sogenanntem harten Kernkapital verlangen. Tagesverlierer im Dax waren Commerzbank-Titel mit minus 4,08 Prozent auf 9,35 Euro.

Favorisiert wurden dagegen Werte aus der Pharmabranche. Bester Titel im Leitindex waren Merck KgaA mit plus 1,13 Prozent. Die Anteile an den Darmstädtern kletterten auf den höchsten Stand seit zwei Monaten und profitierten dabei auch von einem positiven Analystenkommentar der Deutschen Bank. Bayer-Aktien gewannen 0,92 Prozent. Die Papiere der Munich Re knüpften mit einem Kursgewinn von 0,47 Prozent an ihre Aufwärtsbewegung vom Vortag nach positiven Analystenkommentaren zu dem Rückversicherer an.

Celesio-Aktien gewannen an der MDax-Spitze 6,13 Prozent. Der Verkauf des Pharmagroßhändlers an McKesson steht offenbar kurz vor dem Abschluss. Börsianer verwiesen auf Berichte, wonach sich die US-Amerikaner noch vor der Vorlage der eigenen Quartalszahlen an diesem Donnerstag mit dem Celesio-Mehrheitseigner Haniel einigen wollten. Die Papiere des Triebwerksbauers MTU gewannen nach dem Quartalsbericht 0,32 Prozent. MTU hatte zwar von Juli bis September weniger als vor einem Jahr verdient - das war von Analysten aber bereits erwartet worden.

Der EuroStoxx 50 verlor 0,94 Prozent bei 3017,16 Punkten. Die Leitindizes an den Börsen in Paris und London verloren 0,81 beziehungsweise 0,32 Prozent. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsende in Europa 0,40 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,44 (Vortag: 1,51) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,34 Prozent auf 133,63 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,20 Prozent auf 140,83 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3752 (1,3674) Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7272 (0,7313) Euro.