Deutsche Aktien trotz US-Haushaltsstreit kaum verändert

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag zwar ganz im Zeichen des weiter schwelenden US-Haushaltsstreits gestanden. Hoffnungen auf eine Einigung in letzter Minute begrenzten die Verluste zuletzt aber deutlich.

Der Dax hatte sogar kurz ins Plus gedreht und fiel gegen Mittag um 0,05 Prozent auf 8721 Punkte. Am Freitag hatte er erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte über 8700 Punkten geschlossen. Der MDax gab zuletzt um 0,08 Prozent auf 15 223 Punkte nach, und der TecDax verlor 0,12 Prozent auf 1089 Punkte. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 stand 0,02 Prozent tiefer bei 2974 Punkten.

Vor der entscheidenden Woche im US-Haushaltsstreit ist weiter keine Lösung in Sicht. Nachdem Gespräche zwischen Präsident Barack Obama und dem führenden Republikaner im Abgeordnetenhaus, John Boehner, gescheitert waren, ruhen die Hoffnungen jetzt auf dem Senat. Kommt es bis zum Stichtag 17. Oktober nicht zu einem Kompromiss, können die USA laut Expertenberechnungen vermutlich nur noch bis etwa Ende Oktober ihre Rechnungen bezahlen.

Die Politiker in den USA seien dafür bekannt, dass sie finanzpolitische Risiken nicht scheuen, kommentierte Ishaq Siddiqi vom Broker ETX Capital. Zwar seien sich die Händler einig, dass die USA auch diesen Streit lösen werden, der Preis dafür sei angesichts des sehr zaghaften Wirtschaftswachstums aber hoch.

Am Dax-Ende fielen die Titel von Infineon nach einem Analystenkommentar um 1,89 Prozent auf 7,338 Euro. Ein optimistischerer Ausblick sei mittlerweile großteils im Kurs enthalten, schrieb Analyst Didier Scemama von Merrill Lynch.

Aktien der Versorger RWE und Eon aber stachen mit Gewinnen von jeweils mehr als einem Prozent positiv hervor. Händler verwiesen auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel», den sie als Stütze werteten. Demnach wollen die beiden Energiekonzerne die anstehenden Koalitionsverhandlungen nutzen, um die milliardenschwere Brennelementesteuer für Atomkraftwerke zu kippen. Das sei gut für die Stimmung der Branche, kommentierte ein Händler. Immerhin schüre es ein wenig Hoffnung, dass diese Steuer gekürzt werden könnte.