Deutsche Aktien verteidigen Rekorde

Die deutschen Aktienindizes haben ihre Rekordniveaus verteidigt. Der Dax gewann 0,02 Prozent auf 8867,22 Punkte. Am Nachmittag hatte der Leitindex seine Bestmarke im Verlauf auf über 8876 Punkte verbessert.

Der MDax mittelgroßer Werte schloss mit plus 0,64 Prozent bei 15 800,07 Punkten erneut auf einem Rekord, der TecDax erreichte mit einem Aufschlag von 1,33 Prozent auf 1118,81 Punkte den höchsten Stand seit Februar 2002. Auch die im SDax vertretenen kleinen Werte erzielten einen Rekordschluss.

«Gerade die wichtigen Anleger aus den USA und auch London zeigen weiterhin großes Interesse am deutschen Markt und nutzen leichte Rückschläge sofort zum Einstieg», erklärte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel die gute Laune an den Börsen. Mit SAP sei zudem ein guter Start in die Berichtssaison gelungen und das stärke die Zuversicht für die kommenden Wochen. Vor den Arbeitsmarktdaten aus den USA, die am Dienstag nachgereicht werden, hätten sich viele Anleger zurückgehalten, sagte Jens Klatt von FXCM.

Tagesgewinner im Dax waren SAP-Aktien, die nach der Bilanzvorlage der Walldorfer für das dritte Quartal 4,77 Prozent auf 56,06 Euro gewannen. Europas größter Softwarekonzern war zwar vom starken Euro etwas ausgebremst worden, konnte aber die Jahresziele bestätigten. Die Darmstädter Software AG profitierte im Kielwasser von den SAP-Zahlen im TecDax mit plus 3,73 Prozent.

Papiere der Deutschen Bank verloren dagegen am Dax-Ende 1,48 Prozent. Händler sahen den Grund vor allem in der drohenden Rekordstrafe für die US-Großbank JPMorgan. Der US-Branchenprimus soll wegen fragwürdiger Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise 13 Milliarden Dollar berappen. Nach übereinstimmenden Medienberichten droht auch der Bank of America eine Milliardenstrafe. Vor allem die Höhe der drohenden Zahlungen werteten Händler als ein negatives Zeichen für die Deutsche Bank.

Osram-Titel profitierten in der MDax-Spitzengruppe mit einem Plus von nahezu fünf Prozent von gut aufgenommenen Zahlen des Rivalen Philips. Insbesondere das Geschäft mit LED-Chips und der Autoindustrie von Philips sei ein positives Signal für die anstehenden Quartalszahlen der ehemaligen Lichttochter von Siemens, schrieb Analyst Günther Hollfelder von der Baader Bank. Hugo Boss verloren dagegen am MDax-Ende 2,09 Prozent. Händler verwiesen auf eine negative Studie der US-Investmentbank Goldman Sachs.

Die europäischen Standardwerte behaupteten ebenfalls ihr deutlich erhöhtes Niveau. Der EuroStoxx 50 schloss zwar 0,15 Prozent tiefer bei 3028,65 Punkten. Das am Freitag erzielte Schlusshoch seit Februar 2011 bleibt für den Leitindex der Eurozone damit aber in Schlagweite. Während die Börsen in Paris moderate Verluste verbuchte, legte der Londoner Leitindex zu. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsende in Europa 0,08 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,50 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 133,27 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,10 Prozent auf 139,94 Punkte nach. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3667 (Freitag: 1,3684) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7317 (0,7308) Euro.