Deutsche Bank sieht Vorstände in Libor-Skandal entlastet

Die Deutsche Bank sieht ihre Top-Manager trotz der Rekordstrafe im Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze reingewaschen.

«Für kein gegenwärtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied wurde festgestellt, dass es Kenntnis über das Fehlverhalten im Handelsbereich hatte oder daran beteiligt war», teilte das Institut mit.

Die Manipulation hatte im Investmentbanking stattgefunden, dessen oberster Leiter jahrelang der heutige Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, war. «Wir bedauern diese Angelegenheit zutiefst, sind jedoch zufrieden, dass wir sie nun gelöst haben», teilte Jain zusammen mit seinem Partner an der Bankspitze, Jürgen Fitschen, mit. «Der Vergleich ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, die Vergangenheit aufzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass die Bank das Vertrauen der Kunden, Aktionäre und der gesamten Gesellschaft wieder zurückerlangt.»

Jain und Fitschen verwiesen zugleich darauf, dass sie bereits personelle Konsequenzen gezogen hätten. «Wir haben diejenigen disziplinarisch bestraft oder entlassen, die in das Fehlverhalten im Handelsbereich involviert waren.»

Die interne Untersuchung zum Libor-Fall sei die größte in der Geschichte der Bank gewesen. Dazu habe die Sammlung von mehr als 150 Millionen elektronischen Dokumenten und 850 000 Audio-Mitschnitten sowie die spätere Analyse von mehr als 21 Millionen elektronischen Dokumenten und 320 000 Audio-Mitschnitten gehört. Allerdings musste die Bank auch einräumen, dass es zunächst bei der Weiterleitung der Daten zu Verzögerungen gekommen sei. Das hatten die Aufseher bemängelt und dies dürfte die Zahlung hochgetrieben haben.