Deutsche Basketballer verpassen Überraschung gegen Serbien

Die deutschen Basketballer haben einen Überraschungscoup gegen Vize-Weltmeister Serbien nur knapp verpasst. Trotz einer starken Leistung musste sich das Team um Superstar Dirk Nowitzki in Berlin dem Medaillenkandidaten mit 66:68 (38:39) geschlagen geben.

Vor 13 050 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof, darunter Ex-Bundestrainer Svetislav Pesic und Jürgen Klopp, waren Tibor Pleiß und Nowitzki mit je 15 Punkten beste Werfer im deutschen Team, das auf den verletzten Robin Benzing verzichten musste. Nach einem Ruhetag trifft die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes am Dienstag auf die Türkei.

Dann hofft auch Benzing wieder dabei zu sein. «Ich bin zuversichtlich, dass es am Dienstag gegen die Türkei wieder geht», sagte der 26-Jährige. Benzing war beim hartumkämpften 71:65 gegen Außenseiter Island am Samstag ungeknickt und hatte sich eine Bänderdehnung zugezogen.

Auch ohne den Spanien-Legionär hielt die deutsche Mannschaft aber von Beginn an mit großer Energie dagegen. Nowitzki setzte mit einem harten Foul gleich ein Zeichen. Der 37-Jährige und seine NBA-Kollegen Dennis Schröder und Pleiß agierten anders als noch gegen Island am Tag zuvor sofort dominant. Nowitzki traf seinen ersten Wurf, Schröder nutzte seine Schnelligkeit gegen Point-Guard-Routinier Milos Teodosic zweimal gekonnt für den Zug zum Korb - das deutsche Team machte es dem großen Favoriten verdammt schwer.

Weil auch Pleiß, der gegen Island nur auf mickrige vier Zähler gekommen war, sich gegen Serbiens Center-Riesen Miroslav Raduljica behauptete und sieben Punkte in Serie markierte, führte die DBB-Auswahl plötzlich mit 15:10. Doch als die Anfangsfünf eine Verschnaufpause bekam, nutzten die Serben die Gelegenheit zu sechs Zählern nacheinander. Nach dem ersten Viertel lagen sie 19:18 vorne.

Aber auch im zweiten Abschnitt hielt das deutsche Team voll dagegen. Nowitzki übernahm wie erhofft die Leaderrolle. Zudem zeigten auch die Spieler aus der zweiten Reihe wie Center Johannes Voigtmann keine Scheu. Das Fleming-Team zog zwischenzeitlich auf sieben Punkte davon (38:31).

Doch dann überdrehten die Gastgeber angetrieben von den eigenen Fans ein wenig, Voigtmann kassierte noch vor der Pause sein viertes Foul. Die Serben, die zum Auftakt Spanien besiegt hatten, nutzten dies mit acht Zählern in Serie und führten zur Pause auch dank ihrer Reboundüberlegenheit wieder mit einem Zähler (39:38). «Wir können gut mithalten, aber wir müssen den Ball rebounden dafür», sagte Bundestrainer Chris Fleming zur Pause im ZDF.

Deutschland begegnete dem WM-Zweiten auch nach dem Seitenwechsel auf Augenhöhe, ließ aber viele Chancen ungenutzt. So gingen die Serben immer noch mit einem knappen Vorsprung ins Schlussviertel (50:48). Hier zogen sie erst weiter davon, doch das deutsche Team hielt dagegen. Heiko Schaffartzik gelang 23 Sekunden vor dem Ende per Dreier der Ausgleich zum 66:66. In der Schlusssekunde aber traf Nemanja Bjelica zum Sieg für die Serben.