Deutsche bei Terroranschlägen in der Elfenbeinküste getötet

Bei den Terroranschlägen auf drei Hotels in der Elfenbeinküste ist die Leiterin des dortigen Goethe-Instituts, Henrike Grohs, getötet worden.

Deutsche bei Terroranschlägen in der Elfenbeinküste getötet
Legnan Koula Deutsche bei Terroranschlägen in der Elfenbeinküste getötet

Die Zentrale des deutschsprachigen Kulturinstituts bestätigte am Montag entsprechende Informationen der Deutschen Welle. Insgesamt starben bei dem Terror in dem westafrikanischen Land am Sonntag mindestens 22 Menschen, einschließlich sechs der Extremisten. Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) bekannte sich zu der Tat.

Grohs hatte das Goethe-Institut in dem westafrikanischen Land seit Dezember 2013 geleitet. Zuvor war die studierte Völkerkundlerin in Südafrika tätig. Mehrere Jahre lang arbeitete die 51-jährige auch in Bildungsprojekten der Berliner Philharmoniker. Grohs Tod sei «sinnlos», schrieb der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, auf der Facebook-Seite des Instituts in Johannesburg.

Unter den Toten sind auch ein Franzose, ein Kameruner sowie eine Person aus Burkina Faso, bestätigte ein Militärsprecher aus der Elfenbeinküste der Deutschen Presse-Agentur. Bei den Anschlägen kamen nach offiziellen Angaben auch zwei Soldaten ums Leben.

Die Bundesregierung verurteilte die Anschläge scharf. Es herrsche «Abscheu vor Bewegungen oder Ideologien, die nichts als Hass und Tod säen können», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Auch Papst Franziskus sprach den Hinterbliebenen und den Verletzten sein tiefes Mitgefühl aus. Er verurteile «jede Form von Hass und Gewalt», heißt es in dem Beileidstelegramm von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

Mehrere bewaffnete Männer hatten am Sonntag in Grand-Bassam, rund 40 Kilometer südöstlich der Wirtschaftsmetropole Abidjan, das Feuer auf Hotelbesucher eröffnet. Mindestens 22 Menschen wurden dabei verletzt. Die Identität der Angreifer konnte zunächst nicht festgestellt werden.

AQMI übernahm auf dem der Miliz nahestehenden Nachrichtenportal Al-Akhbar die Verantwortung für die Anschläge. «Dank Allah, dem Allmächtigen, konnten Ritter der Al-Kaida im Islamischen Maghreb in den Urlaubsort einbrechen», schrieb die sunnitische Terrororganisation, die ihre Ursprünge in Algerien hat. Die Al-Kaida im Islamischen Maghreb ist unter anderem in Mali, Marokko, Tunesien und Algerien aktiv.

Die Regierung der Elfenbeinküste berief für Montag eine Krisensitzung des Kabinetts in Abidjan ein. Sie kündigte eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen an. Am Dienstag werden der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault sowie Innenminister Bernard Cazeneuve in der Hauptstadt erwartet.