Deutsche Exporte erholen sich

Die deutsche Konjunktur gibt weiter ein widersprüchliches Bild ab. Der deutsche Export erholt sich, die Produktion des verarbeitenden Gewerbes ist nach dem Einbruch im August hingegen noch nicht wieder richtig in Fahrt gekommen.

Deutsche Exporte erholen sich
Armin Weigel Deutsche Exporte erholen sich

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Freitag lagen die Ausfuhren im September 5,5 Prozent höher als einen Monat zuvor. Volkswirte hatten das Plus auf lediglich 2,7 Prozent geschätzt.

Deutsche Unternehmen exportierten Waren im Wert von 102,5 Milliarden Euro und damit soviel wie noch nie in einem Monat. Noch im August war der Export eingebrochen und reihte sich damit in eine Reihe überraschend schwacher Konjunkturzahlen aus der größten Volkswirtschaft der Eurozone ein, die zu einigen Turbulenzen an den Märkten führten.

Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank wegen des mickrigen Wachstums und der niedrigen Inflation in der Eurozone bereits eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt.

So hat die deutsche Industrie die schwache Produktion vom August nicht ganz wettmachen können. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts lag die Herstellung des Verarbeitenden Gewerbes im September 1,4 Prozent höher als im Vormonat. Bankvolkswirte hatten aber einen Zuwachs um 2,0 Prozent erwartet. Zudem blieb der jüngste Anstieg hinter dem Minus vom August zurück, das allerdings deutlich schwächer als zunächst ermittelt ausfiel. Das Bundesamt korrigierte den Rückgang um 0,9 Punkte auf nunmehr 3,1 Prozent.

«Die Daten aus Deutschland zeigen, dass in der größten Wirtschaft der Eurozone nicht alle Zeichen auf Untergang stehen. Die Erholung der Herstellung reicht aber wahrscheinlich nicht aus, alle Rezessionsängste loszuwerden,» kommentierte Carsten Brzeski von der Ing-Diba.

Die widersprüchlichen Konjunkturdaten der vergangenen Wochen und Monaten sind für den Experten weiter ein Mysterium. Letztlich liege die Erklärung wohl in einer Mischung aus ungewöhnlichen Schwankungen durch Wetter- und Kalendereffekte und grundlegenderen Problemen wie die schwache wirtschaftliche Entwicklung mehrerer Handelspartner und dem Abklingen eines zehnjährigen, reformbedingten Wachstumszyklus.

Die Details der Daten vom Freitag enthielten auch Hinweise auf eine positive Konjunkturlage. So stieg die Produktion von Investitionsgütern im September um 4,5 Prozent, was auf steigende Investitionen und damit optimistische Stimmung der Unternehmen hindeutet.

Auch die Einfuhren nach Deutschland legten im September um 5,4 Prozent zu. Steigende Importe können auf eine stärkere Binnennachfrage deuten. Ökonomen hatten mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet. Verglichen mit einem Jahr zuvor wuchsen die Exporte aus Deutschland um 8,5 Prozent, die Einfuhren legten um 8,4 Prozent zu.