Deutsche haben weniger Freizeit - und gucken dann fern

Das Freizeitbudget der Deutschen schrumpft: Drei Stunden und 49 Minuten stehen ihnen an Werktagen im Durchschnitt zur Verfügung. 2010 war es noch eine Viertelstunde mehr.

Deutsche haben weniger Freizeit - und gucken dann fern
Caroline Seidel Deutsche haben weniger Freizeit - und gucken dann fern

Das geht aus dem Freizeit-Monitor 2013 hervor, den die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen am Donnerstag in Berlin vorstellte.

«Besonders stark ist der Rückgang bei den Jugendlichen», sagte Prof. Ulrich Reinhardt. Mit vier Stunden Freizeit haben sie fast eine Stunde weniger. Mehr Leistungsdruck und verkürzte Schulzeit seien hierfür die Hauptgründe, sagte der Forscher. Absolut gesehen ist die Freizeit jedoch in Familien am knappsten: Hier stehen nur zwei Stunden und 47 Minuten zur Verfügung - gegenüber mehr als fünf Stunden bei Ruheständlern.

In der insgesamt knapper gewordenen Freizeit wollen die Deutschen weiterhin vor allem entspannen - und dies meist auf dem Sofa: 96 Prozent aller Bundesbürger sitzen mindestens einmal pro Woche vor dem Fernseher, fast drei Viertel sogar täglich. Radio hören und von zu Hause aus telefonieren liegen auf Platz zwei und drei. Aber auch Faulenzen und Ausschlafen stehen hoch im Kurs. Unter den TOP 17 der Freizeitbeschäftigungen ist keine, die sich im Freien abspielt.

Mehr als die Hälfte der Deutschen verbringt jedoch regelmäßig Zeit am Computer, mit E-Mails und Internet. «Hier ist aber eine gewisse Sättigung festzustellen», sagte Reinhardt. Nach den starken Zuwächsen in den 90er und 00er Jahren, stabilisiert sich die Quote. Allerdings klaffen die Vorlieben der Generationen hier weit auseinander: Die Jungen nutzen den Computer viermal, das Internet sogar fünfmal häufiger als Ruheständler.