Deutsche Pop Art in der Frankfurter Schirn

Der deutschen Pop Art widmet die Schirn Kunsthalle in Frankfurt eine große Überblicksausstellung. Zu sehen sind unter dem Titel «German Pop» rund 150 Arbeiten von 34 Künstlern.

Deutsche Pop Art in der Frankfurter Schirn
Boris Roessler Deutsche Pop Art in der Frankfurter Schirn

Gezeigt werden soll dabei vor allem, wie politisch die Stilrichtung war. «Die Generation Pop der 1960er bis frühen 1970er Jahre zielte direkt auf die Befindlichkeiten der sich massiv formierenden Konsumgesellschaft in der damals noch jungen Bundesrepublik. Der Pop brachte die alten Werte ins Wanken und kämpfte mit den neuen», sagte Kuratorin Martina Weinhart.

Die Ausstellung ist vom 6. November bis zum 8. Februar zu sehen. «Pop Art ist nicht nur ein einzigartiges Kapitel der Kunstgeschichte. Insbesondere «German Pop» kennzeichnet einen subversiven Wandel in der Gesellschaft, der bis heute in unserem Alltag, aber auch in der Kunst bemerkbar ist», sagte Schirn-Direktor Max Hollein.

Der Fokus der Werkschau liegt auf den Zentren der Bewegung Düsseldorf, Berlin, München und Frankfurt. Am Main waren Thomas Bayrle und Peter Roehr die prägenden Vertreter. Kennzeichnend für beide ist laut Schirn «das Ornament der Masse und die seriellen Anordnung in kompositorischer Strenge» - auch wenn es sich um Shampoo, Kaffeepackungen oder Haushaltsgeräte handelt.

Neben ihren Werken werden Arbeiten unter anderem von Sigmar Polke, Gerhard Richter, Konrad Klapheck und KP Brehmer präsentiert. «In der Ausstellung sind beeindruckende und überraschende Arbeiten zu sehen, die teils seit Jahrzehnten nicht mehr ausgestellt wurden oder sogar noch nie öffentlich zugänglich waren», teilte die Schirn mit. Viele der Exponate stammen aus privaten Nachlässen und Sammlungen. Außerdem sei es die erste Ausstellung über deutsche Pop Art, «ein bisher kaum beachtetes kunsthistorisches Phänomen».

Im Gegensatz zu den US-Kollegen «mit ihrem oft plakativen und glamourösen Vokabular» setzten sich die deutschen Künstler eher «mit den weniger grandiosen Banalitäten des deutschen Alltagslebens auseinander», berichtete Kuratorin Weinhart. «Sie ironisieren die kleinbürgerlichen Geschmacksideale und die beklemmende und trügerische Gemütlichkeit der 1960er Jahre.»