Deutsche Rodler in Oberhof unschlagbar

Die deutschen Rodler bleiben in Oberhof auch im zehnten Jahr nacheinander unschlagbar. Nur aus dem von den Fans erhofften Heimsieg eines Thüringers ist es am ersten Tag des teaminternen Wettrasens nichts geworden.

Die Olympiasieger Felix Loch und Tobias Wendl/Tobias Arlt durften jubeln, für Andi Langenhan und die Doppelsitzer Toni Eggert/Sascha Benecken blieb vor Freunden, Fans und Familie nur jeweils Rang zwei. «Das ist schon schmerzhaft», kommentierte Benecken sichtlich geknickt den Ausgang seines Rennens.

Vor Tausenden Fans zeigten der viermalige Weltmeister Loch und sein Herausforderer Langenhan ein spannendes Duell, das der Bayer zweimal dank tollem Finish für sich entschied. Dritter wurde der Amerikaner Chris Mazdzer. In der Gesamtwertung baute Loch den Vorsprung an der Spitze auf nun 155 Zähler auf den neuen zweitplatzierten Langenhan aus. Hinter den beiden Top-Fahrern landete Julian von Schleinitz auf Rang vier, Florian Berkes auf Platz neun. Der nach dem ersten Durchgang noch drittplatzierte Ralf Palik rutsche auf Rang 13 ab.

«Der erste Lauf war Banane, der zweite dafür umso besser», fasste Loch seine beide Fahrten zusammen, in denen er jeweils den Bahnrekord verbesserte und so den fünften Sieg in Oberhof nacheinander feierte. Insgesamt steht der Berchtesgadener nun bei 22 Siegen Erfolgen im Weltcup.

Langenhan bewertete die zwei starken Läufe «mit einem lachenden und einem weinenden Auge», wie er erzählte. «Hier wollte ich den Felix schlagen», sagte der Routinier aus dem zehn Kilometer entfernten Zella-Mehlis und stapfte mit dem Fuß auf den Boden. «Ich hätte noch mehr riskieren können, wollte aber den zweiten Platz nicht wegwerfen. Ich freue mich natürlich, das Podium ist super.»

Das dachten sich Eggert/Benecken nicht, für die der zweite Platz eine Niederlage darstellte. Die Enttäuschung war riesig, Benecken quälte sich beim Siegerfoto nur mit viel Mühe zu einem Lächeln. «Oberhof ist eigentlich unser Ziel gewesen», sagte der Thüringer, «aber dafür, dass wir so einen kapitalen Fehler gemacht haben, war es noch ganz gut». Das Duo war beim ersten Start ins Straucheln gekommen und kurz quer gestanden. «Es ist schon sehr schmerzhaft. Wir hätten gewinnen können, hatten es selbst in der Hand, und haben es dann verschenkt.»

Sogar die Sieger hatten Mitleid. «Ich kann das verstehen», sagte Wendl, «wenn die uns in Königssee geschlagen hätten, wäre das auch ein Schlag ins Gesicht gewesen. Das nagt schon ein bisschen an einem.» Nach einem holprigen Saisonstart und großen Materialproblemen kommen die beiden Oberbayern immer besser in Fahrt. Mit dem 26. Weltcupsieg schlossen sie in der ewigen Bestenliste zu den drittplatzierten Südtirolern Hansjörg Raffl und Norbert Huber auf.