Deutsche Wirtschaft kritisiert russisches Waschmittelverbot

Die deutsche Wirtschaft hat das russische Verbot von Waschmitteln westlicher Hersteller als «neuen Höhepunkt» im Sanktionsstreit zwischen Russland und dem Westen kritisiert.

Deutsche Wirtschaft kritisiert russisches Waschmittelverbot
Jan-Philipp Strobel Deutsche Wirtschaft kritisiert russisches Waschmittelverbot

Wegen angeblicher Verstöße gegen die Schadstoffbestimmungen hatten die Behörden in Moskau zuvor Hygieneprodukte mehrerer Firmen aus dem Verkehr gezogen.

Betroffen sind auch Markenartikel vom russischen Ableger des deutschen Konzerns Henkel sowie der Firma Werner & Mertz. Wegen der Ukraine-Krise und dem daraus resultierenden Sanktionsstreit ist das Verhältnis zwischen Russland und den westlichen Staaten vergiftet.

Das Verbot sei unverhältnismäßig und schade dem Image Russlands, meinte der Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), Rainer Seele, am Mittwoch. «Es erscheint wenig glaubwürdig, dass Unternehmen, die in einigen hundert Ländern der Welt handeln, nur in Russland die Anforderungen an Qualitäts- und Verbraucherschutz nicht erfüllen», sagte er.

Deutsche Unternehmen zeigten sich überrascht. Henkel erklärte, alle in Russland angebotenen Wasch- und Reinigungsmittel hätten das staatliche Registrierungszertifikat erhalten. Man suche deshalb den Kontakt zu den Behörden, um den Hintergrund des Verkaufsstopps zu verstehen. Werner & Mertz will die genauen Umstände durch den Vertriebspartner des Unternehmens in Moskau prüfen lassen.

Die AHK forderte Russland auf, die Verbote rasch aufzuheben. Die Chefin der Verbraucherschutzbehörde in Moskau, Anna Popowa, betonte im TV-Sender Rossija 24, von einem generellen Verbot oder Embargo sei keine Rede. Vielmehr gehe es um einzelne Kontrollen.