Deutsche Wirtschaft wächst kräftig - Staatsetat im Plus

Kauflustige Verbraucher haben die deutsche Wirtschaft auch zum Jahresende 2014 angetrieben.

Deutsche Wirtschaft wächst kräftig - Staatsetat im Plus
Daniel Reinhardt Deutsche Wirtschaft wächst kräftig - Staatsetat im Plus

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte von Oktober bis Dezember um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte und damit eine erste Schätzung bestätigte.

Dank des überraschend starken Schlussquartals ist die deutsche Wirtschaft im Gesamtjahr 2014 noch etwas rasanter gewachsen als bisher angenommen. Die Wirtschaftsleistung stieg um 1,6 Prozent statt wie zunächst angenommen um 1,5 Prozent, wie die Statistiker mitteilten.

Wachstumstreiber waren zum Jahresende erneut die privaten Haushalte, die ihre Konsumausgaben nochmals um 0,8 Prozent zum Vorquartal steigerten. Die staatlichen Konsumausgaben waren um 0,2 Prozent höher.

Auch die Anlageinvestitionen entwickelten sich positiv: Vor allem in Bauten wurde deutlich mehr investiert (+ 2,1 Prozent) als im dritten Quartal 2014, die Investitionen in Ausrüstungen (+ 0,4 Prozent) und sonstige Anlagen (+ 0,2 Prozent) stiegen leicht. Der Außenhandel lieferte ebenfalls Wachstumsimpulse.

Die gute Konjunktur und die Rekordzahl von 43 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland bescherten dem Staat 2014 den höchsten Überschuss seit dem Jahr 2000. Der Finanzierungsüberschuss betrug 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung statt wie in der Januarschätzung angenommen 0,4 Prozent, wie das Bundesamt weiter mitteilte.

Zusammen erzielten Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung ein Haushaltsplus von rund 18,0 Milliarden Euro. Dabei erwirtschafteten erstmals seit der Wiedervereinigung 1990 alle staatlichen Ebenen einen Überschuss.

Den höchsten Überschuss realisierte der Bund mit 11,4 Milliarden Euro nach einem Defizit von 4,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Seit der Wiedervereinigung hatte der Bund bisher nur im Jahr 2000 einen Überschuss erwirtschaften können. Dieser war nach den Angaben der Statistiker jedoch ausschließlich auf die erheblichen Zusatzeinnahmen aus der Versteigerung der UMTS-Frequenzen zustande gekommen.

In den beiden Vorjahren hatte der deutsche Staat jeweils ein Mini-Plus von 0,1 Prozent erzielt, 2011 ein Defizit von 0,9 Prozent. Der Maastricht-Vertrag erlaubt den Europäern eine Defizitquote von höchstens 3,0 Prozent des nominalen BIP. Das bedeutet, dass die jährlichen Ausgaben der öffentlichen Hand die Einnahmen maximal um drei Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung eines Landes übersteigen dürfen. Diese Marke hatte der deutsche Staat zuletzt 2010 mit minus 4,1 Prozent gerissen.