Deutsche Wirtschaft wächst weiterhin stark

Trotz aller Turbulenzen in der Eurozone läuft die deutsche Wirtschaft wie auf Schienen. Daran ändert sich auch erst einmal nichts, so lange die Schuldenkrise nicht wieder aufflammt, meinen Wirtschaftsforscher.

Die deutsche Wirtschaft ist nach Einschätzung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts ((HWWI) auf einen stabilen Wachstumskurs eingeschwenkt. Nach wie vor sei für das laufende Jahr mit einem Wachstum von 0,5 Prozent und für das kommende Jahr mit 1,5 bis 2,0 Prozent zu rechnen, teilte das HWWI am Dienstag in Hamburg mit.

Bislang seien im Verlauf des Jahres die Prognosen eingetreten und die Rahmenbedingungen hätten sich nicht verändert. Die für das zweite Halbjahr erwartete konjunkturelle Aufwärtsbewegung sollte sich im nächsten Jahr fortsetzen, wenn die Schuldenkrise im Euroraum nicht wieder aufflammt und der Welthandel merklich ansteigt.

«Seit dem Frühjahr ist das Bruttoinlandsprodukt wieder merklich gewachsen», heißt es in der Analyse der HWWI-Forscher. «Die konjunkturelle Besserung wurde sowohl vom privaten und öffentlichen Konsum als auch von der Investitionstätigkeit und den Exporten getragen.» Nach dem kalten Winter seien viele aufgeschobene Bauprojekte nachgeholt worden und auch die Ausrüstungsinvestitionen hätten nach einem langen Rückgang wieder leicht zugenommen.

Recht robust präsentiere sich auch der Arbeitsmarkt. Die leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit sei vor allem auf Zuwanderung aus den Krisenländern der Eurozone zurückzuführen sowie auf geringere Teilnehmerzahlen bei arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

Unsicherheiten und Risiken sieht das HWWI vor allem in den Ländern am Rande der Eurozone, wo die Schuldenkrise zurückkehren könnte. Außerdem sei die weitere Entwicklung im Nahen Osten nicht absehbar, vor allem in Syrien. «Eine weitere Eskalation hätte sicherlich auch negative Effekte auf die deutsche Wirtschaft», heißt es in der Analyse.