Deutsche Wohnen wehrt sich mit Zukauf gegen Übernahme

Die Deutsche Wohnen AG kauft einen großen Immobilienbestand hinzu. Die Gesellschaft will damit offensichtlich die Übernahme durch den größten deutsche Immobilienkonzern Vonovia abwehren.

Deutsche Wohnen wehrt sich mit Zukauf gegen Übernahme
Frank Rumpenhorst Deutsche Wohnen wehrt sich mit Zukauf gegen Übernahme

Nach einer Vereinbarung vom Freitagabend erwerbe man von Patrizia Immobilien rund 13 600 Wohnungen, teilte Deutsche Wohnen mit. Frühere Käufe eingerechnet wechselten damit 15 200 Wohnungen im zweiten Halbjahr von Patrizia an Deutsche Wohnen. Der Kaufpreis für das Gesamtpaket liege bei 1,2 Milliarden Euro. Das Geschäft werde je zur Hälfte mit Bankkrediten und eigenen Mitteln finanziert.

Das Management der Deutsche Wohnen wehrt sich gegen die Mitte Oktober angekündigte Offerte von Vonovia. Das Angebot entspreche nicht dem Wert von Deutsche Wohnen und die in Aussicht gestellten Sparziele seien nicht realistisch, schrieb Deutsche-Wohnen-Vorstandschef Michael Zahn in einem Brief an die Aktionäre.

Der Zukauf bei Patrizia wurde kurz vor der Entscheidung der Vonovia-Aktionäre über ihr Angebot an Deutsche Wohnen bekannt. Am Montag sollen die Anteilseigner von Vonovia in einer außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf einer Kapitalerhöhung zustimmen. Diese ist notwendig, um die bislang auf rund 14 Milliarden Euro taxierte Übernahme zu finanzieren.

Bei einem positiven Votum will das Unternehmen nach bisherigen Plänen den Aktionären der Deutschen Wohnen Anfang Dezember ein Übernahmeangebot vorlegen. Ob sich dieser Fahrplan aufrechterhalten lässt, ist nach dem Zukauf von Deutsche Wohnen fraglich. Vonovia hat derzeit einen Bestand von 376 000 Wohnungen, bei Deutsche Wohnen waren es Ende September 147 000.