Deutsche Wohnen wehrt sich weiter gegen Vonovia-Übernahme

Nach der gescheiterten Übernahme eines Konkurrenten wehrt sich der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen nun vehement dagegen, selbst übernommen zu werden.

Das vor allem in Berlin aktive Unternehmen mit Sitz in Frankfurt lehnte am Donnerstag erneut das vom Marktführer Vonovia vorgetragene Angebot ab. Es zerstöre Werte der DW-Eigner, weil es den wahren Firmenwert nicht treffe und von unrealistischen Synergie-Effekten ausgehe, erklärte Firmenchef Michael Zahn.

Am Vortag hatte die DW ihre eigenen Übernahmepläne für die Düsseldorfer LEG aufgegeben, weil zwei Großaktionäre nicht mitziehen wollten und so die erforderliche 75-Prozent-Mehrheit verfehlt worden wäre. Die außerordentliche Hauptversammlung der DW wurde umgehend abgesagt. Die Übernahme des drittgrößten Wohnungsanbieters durch die Nummer Zwei ist damit wie von Vonovia angestrebt vom Tisch.

DW habe es nicht geschafft, die Vorteile einer Übernahme der vor allem in Nordrhein-Westfalen beheimateten LEG deutlich zu machen. Vonovia, die frühere Deutsche Annington, habe das Momentum genutzt und mit ihrem feindlichen Gebot die DW-Aktionäre verunsichert, so Zahn.

Er warnte die eigenen Inhaber vor einer Annahme. Da die Anteile zu 70 Prozent mit Vonovia-Aktien bezahlt werden sollen, würden die bisherigen DW-Aktionäre den weit höheren Geschäftsrisiken der Vonovia ausgesetzt. Die kleinere DW sei weit effektiver aufgestellt als der Bieter, so dass auch die von Vonovia anvisierten Synergien nicht zu erzielen seien. Auch seien die steuerlichen Konsequenzen des Bar-Anteils am Kaufpreis für die Aktionäre nicht berücksichtigt.

Eine Vonovia-Sprecherin in Bochum wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Vonovia-Aktionäre bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 30.11. in Düsseldorf über die geplante Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen abstimmen sollen. Bei Zustimmung zur für diesen Zweck geplanten Kapitalerhöhung hat Vonovia-Chef Rolf Buch zeitnah eine Offerte an die DW-Aktionäre in Aussicht gestellt.

Die LEG hatte der Fusion mit der DW zugestimmt, will nun aber allein weitermachen. Man verfüge über ein starkes wirtschaftliches Fundament und werde die Strategie der regional fokussierten Expansion weiter verfolgen, hatte das Unternehmen bereits am Mittwoch mitgeteilt.