Deutscher Aktienmarkt mit Kursverlusten

Schwache Vorgaben der asiatischen Börsen haben die Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte erst einmal gestoppt. Der Dax fiel um 0,24 Prozent auf 8926 Punkte.

Der MDax sank um 0,26 Prozent auf 15 769 Punkte, der TecDax gab 0,23 Prozent auf 1120 Punkte ab. Am Vortag hatte es im Leitindex wie auch bei MDax und SDax neue Rekordmarken gegeben, der TecDax schloss auf dem höchsten Stand seit Februar 2002. Der Dax hatte die neue Messlatte dabei auf über 8987 Punkte gelegt. In der Eurozone ging es am Mittwoch ebenfalls abwärts: Der EuroStoxx 50 stand um 0,79 Prozent tiefer bei 3022 Punkten.

Sorgen um den chinesischen Finanzsektor hatten bereits die asiatischen Börsen belastet. Ein Anstieg der chinesischen Geldmarktsätze überlagere aktuell die Aussicht auf weiter billiges Geld der US-Notenbank, kommentierte Marktstratege Ishaq Siddiqi vom Broker ETX Capital.

Am Geldmarkt leihen sich Banken untereinander Geld - ein scharfer Anstieg der Zinssätze gilt als Anzeichen für Stress im Bankensystem. Hoffnung auf eine spätere Drosselung der ultralockeren Geldpolitik in den USA hatte die Indizes am Vortag nach einem schwachen Arbeitsmarktbericht angetrieben. Anleger nutzten die erreichten Kursniveaus unterdessen für Gewinnmitnahmen, sagte Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Broker GKFX.

Am Dax-Ende standen Bankentitel. Aktien der Deutschen Bank verloren nach einem Medienbericht über eine angebliche Strafe für die Rabobank im Libor-Skandal mehr als zwei Prozent.

Die niederländische Bank muss demnach für einen Vergleich mit britischen und amerikanischen Behörden eine Milliarde US-Dollar auf den Tisch legen. Eine Strafe in dieser Höhe läge deutlich über den Schätzungen von Analysten, kommentierte ein Händler. Entsprechend negativ wäre das Signal für die anderen Banken, deren mögliche Beteiligung an einer Manipulation des Referenzzinssatzes Libor untersucht werde.

Zudem kündigte die Europäische Zentralbank an, vor dem Start der europäischen Bankenaufsicht die Bilanzen von 124 Geldhäusern im Euro-Raum genau durchleuchten zu wollen - und dabei eine Quote von 8 Prozent an sogenanntem harten Kernkapital zu verlangen. Europaweit stellten Bankenwerte daraufhin den schwächsten Sektor. Im Dax standen Commerzbank-Titel mit minus 2,54 Prozent am Ende.

Celesio-Aktien bauten ihre Gewinne nach einem erneuten Medienbericht über eine bevorstehende Übernahme auf über sechs Prozent aus. Der US-Pharmahändler McKesson stehe kurz davor, sich mit Haniel auf einen Kauf von dessen Mehrheitsbeteiligung an Celesio zu einigen, hieß es.

MTU-Aktien fielen am Vormittag zunächst ins Minus, drehten aber gegen Mittag wieder ins Plus und gewannen zuletzt gut zwei Prozent. Der Triebwerksbauer verdiente in den Monaten Juli bis September zwar weniger als vor einem Jahr - das war aber bereits erwartet worden. Ein Händler sagte, die Münchener hätten bei den Gewinnkennziffern besser abgeschnitten als erwartet.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere deutlich von 1,51 Prozent am Vortag auf 1,44 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,34 Prozent auf 133,63 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,07 Prozent auf 140,65 Punkte zu. Der Kurs des Euro gewann weiter und notierte zuletzt bei 1,3763 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3752 (Dienstag: 1,3674) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7272 (0,7313) Euro.